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Göttingen Sattenhausen sucht Ideen für Zukunft
Die Region Göttingen Sattenhausen sucht Ideen für Zukunft
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18:43 12.01.2011
Kaum noch Infrastruktur: Sattenhausen mit Blick auf Dorfgemeinschaftshaus und Kirche.
Kaum noch Infrastruktur: Sattenhausen mit Blick auf Dorfgemeinschaftshaus und Kirche. Quelle: Pförtner
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Eine Entwicklung, die einige Bürger nicht kampflos hinnehmen wollen. Kirchenvorstand, Ortsrat und weitere Aktive haben das Projekt „Sattenhausen hat Zukunft“ gestartet – ohne Moderator, Gutachter oder andere Hilfe von außen. Antworten auf eine erste Umfrage zeigen, was den Bewohnern am meisten fehlt: ein Laden, kommunikative Treffpunkte und Mobilitätshilfe.

„Niemand kennt den Ort so gut wie wir selbst“, erklärt Ortsbürgermeister Wolfgang Rümenapf (WG), warum die Sattenhäuser ihr Zukunftsprojekt ohne professionelle Hilfe umsetzen. Und sie wollen möglichst viele Bürger einbinden, um das Dorf wieder attraktiver und lebhafter zu machen. Der Anstoß sei von Pastor Markus Kamper gekommen, so Rümenapf, inzwischen seien Kirchenvorstand, Ortsrat und andere dabei. „Unsere Struktur hat sich völlig gedreht“, beschreibt er die Hintergründe. Es gebe keine direkte Versorgung mehr, der Ort verliere seine Bewohner und die verbliebenen würden immer älter. Wie gut Sattenhausen einst ausgestattet war, zeigt eine Liste, die Rümenapf zum Start des Projektes aufgestellt hat: Bis vor zehn Jahren gab es hier eine Raiffeisen-Sparkasse mit Warenlager, eine Tiefbaufirma, einen Stellmacher, eine Post, einen Tischler, einen Bäcker, drei Kaufmannsläden, eine Zimmerei, zwei Schmiede und fünf Gastwirtschaften. „Alles weg“, klagt der Ortsbürgermeister.

Was ihnen fehlt und welche Ideen sie für ein Sattenhausen der Zukunft haben, konnten Bürger in einer Umfrage äußern. Etwa 50 Bögen seien zurück gekommen, so Rümenapf – bei 509 Einwohnern eine gute Quote. Die Wünsche sind vielfältig, manche bescheiden, andere visionär. Einige Kinder wünschen sich einen Basketballkorb oder ein Piratenschiff auf dem Spielplatz. Vielen fehlt ein Lebensmittelladen oder die Lieferung frischer Brötchen am Sonntag. Bessere Busverbindungen nach Göttingen, ein Badeteich und ein Tauschring für Gartengräte sind weitere Vorschläge. Immer wieder regen Sattenhäuser ein Dorf-Café, Musikabende und andere Möglichkeiten an, um sich auszutauschen oder gemeinsam etwas kulturelles unternehmen zu können. Vor allem älteren fehlt jemand, der sie bei Arztbesuchen, Einkäufen oder Behördengängen fährt. Das Zukunftsteam hat aus den Antworten vier Schwerpunktthemen herausgearbeitet: Kommunikation, Kultur, Mobilität und Mehrgenerationen-Projekte.

Ergebnisse der Befragung werden am Sonntag, 16. Januar, um 15 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus vorgestellt. Zugleich sollen Arbeitsgruppen gegründet werden.