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Göttingen Sauberkeit wichtig: Wert-Bon statt Wildpinkeln
Die Region Göttingen Sauberkeit wichtig: Wert-Bon statt Wildpinkeln
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19:47 08.07.2011
Von Britta Eichner-Ramm
Gesammelte Wert-Bons eines Geschäftsreisenden: Ein Jahr nach Ausstellung verlieren diese ihre Gültigkeit.
Gesammelte Wert-Bons eines Geschäftsreisenden: Ein Jahr nach Ausstellung verlieren diese ihre Gültigkeit. Quelle: Hinzmann
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Mengershausen

Als Gegenwert für die Nutzung der „Sanifair“-Toiletten gibt es wie bisher einen Wert-Bon in Höhe von 50 Cent. Der kann an den von dem Unternehmen Tank & Rast betriebenen Rastanlagen in Restaurant oder Shop eingelöst werden. So auch an der Raststätte Göttingen-West (und -Ost) bei Mengershausen. Doch für 50 Cent ist dort kaum etwas zu bekommen. Sogar der preiswerteste Schokoriegel kostet 59 Cent, Getränke, Eis oder Postkarte gibt es nicht unter einem Euro. Bleibt also das Sammeln der Wert-Bons. Gut 20 solcher Gutscheine fischt der Geschäftsreisende Peter Schmidt aus seinem Handschuhfach. Dafür wäre schon eine Mahlzeit zu bekommen – wenn nicht ein Teil der Coupons bereits schon älter wäre. Denn nach einem Jahr verlieren die Wert-Bons ihre Gültigkeit und verfallen. Der Ludwigsburger sieht das gelassen, ebenso die Tatsache, dass er nun unterm Strich 20 Cent für die WC-Nutzung bezahlen muss. „Das tut mir nicht weh,“ sagt er und ergänzt: „Hauptsache, es ist sauber.“

Für die Notdurft ins Gebüsch auszuweichen, das käme für Ingrid Kreitz nicht in Frage. Die Darmstädterin ist mit einem Reisebus unterwegs und würde dann lieber im Bus gehen. Wildpinkeln in den Grünanlagen würden laut Auskunft von Tank & Rast auch am Standort Göttingen lediglich ein Prozent der Reisenden überhaupt in Erwägung ziehen. Auch für Anita Rupprecht wäre das nichts. Die Wunstorferin, die mit Mann Oliver und den Söhnen Tom und Lasse auf dem Weg zum Urlaubsflieger ist, empfindet 70 Cent zwar als „ganz schön teuer“, wie überhaupt an der Raststätte „alles sehr teuer“ sei. Alternativ sei ja die Nutzung eines Parkplatzes mit WC-Anlage möglich. „Aber die sind meist nicht so angenehm“, ergänzt sie. Die Sauberkeit der Raststätten-Sanitäranlagen ist denn auch das Argument, was Timo Herberich vom Gang ins Gebüsch abhält. Dennoch, rechnet er: „70 Cent, das sind 1,40 Mark. Früher hat man 50 Pfennig bezahlt.“ Der 23-Jährige aus Kaub am Rhein würde das Geld lieber einer Putzfrau geben – dann könne er selbst entscheiden, wie viel er gebe.