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Göttingen Schaukasten vor linkem Studentenhaus zerstört
Die Region Göttingen Schaukasten vor linkem Studentenhaus zerstört
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19:23 25.07.2019
Der Vorfall hat in der Göttinger Bühlstraße stattgefunden. Quelle: Swen Pfoertner
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Göttingen

Im Juli 2015 erregte ein Vorfall in der Innenstadt Aufsehen: Ein Bewohner eines Burschenschaftshauses gab mit einer Soft-Air-Waffe mehrere Dutzend Schüsse auf ein gegenüberliegendes Studentenwohnheim ab, in dem Angehörige der linken Szene in einer Wohngemeinschaft leben. Mehrere Plastikgeschosse flogen durch das geöffnete Fenster in einen Raum, in dem gerade Musiker probten. Fast auf den Tag genau vier Jahre später soll es nun einen neuen Angriff gegeben haben, mehrere Bewohner des Verbindungshauses hätten am Dienstagabend einen Schaukasten zerstört, heißt es in einer Pressemitteilung der so genannten Wohnrauminitiative Göttingen. Die Angreifer hätten den Infokasten durch Tritte und Schläge aus der Verankerung gerissen und seien dann in den Eingang der Burschenschaft zurückgerannt, teilte die Initiative mit.

Vorfall war Polizei nicht bekannt

Der Polizei war der Vorfall am Donnerstag nicht bekannt. Es liege weder eine Mitteilung noch eine Strafanzeige vor, teilte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz auf Anfrage mit. Für die polizeiliche und justizielle Verfolgung einer Sachbeschädigung sei ein Strafantrag erforderlich. Das Staatschutzkommissariat werde die Pressemitteilung der Wohnrauminitiative zum Anlass nehmen, den Fall zur weiteren Bewertung und Prüfung hinsichtlich des „öffentlichen Interesses an einer Strafverfolgung“ der Staatsanwaltschaft vorzulegen. Nach Angaben der Wohnrauminitiative ist eine Strafanzeige in Vorbereitung. Diese sollte noch am Donnerstag gestellt werden.

Die Schüsse auf das Wohnheim hatte 2015 ein 22-jähriger Student der Volkswirtschaftslehre abgegeben, der zeitweilig in dem Verbindungshaus gewohnt hatte und auch Mitglied der Burschenschaft Germania gewesen war. Das Amtsgericht Göttingen verurteilte ihn deshalb zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 20 Euro (insgesamt 1800 Euro).

Burschenschaft damals distanziert

Die Burschenschaft Germania hatte sich damals von der Tat distanziert und ihr Bedauern darüber ausgedrückt, dass das „ohnehin angespannte Verhältnis zwischen der linken Szene und den Göttinger Studentenverbindungen weiter aufgeheizt“ worden sei. Eine Sprecherin der Wohnrauminitiative erklärte nach dem neuen Vorfall, dass es in der Burschenschaftsszene „eine kollektive Abneigung gegen progressive politische Inhalte“ gebe und diese „offenbar auch gemeinsam gewaltvoll ausgelebt“ werde.

Flyer gegen Burschenschaften Quelle: r

Anlass für die Tat könnte möglicherweise ein Flyer der Gruppierung „Basisdemokratische Linke“ gewesen sein, der in dem Schaukasten aushing. Unter der Überschrift „Friends don`t let friends become Burschis“ wird darin Kritik an dem Weltbild und den Strukturen von Burschenschaften und anderen Verbindungen geübt.

Von Heidi Niemann

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