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Göttingen Schießerei in Hardegsen: Blutiger Streit unter Brüdern
Die Region Göttingen Schießerei in Hardegsen: Blutiger Streit unter Brüdern
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20:41 19.03.2013
Von Jürgen Gückel
Polizei statt Pizza-Kundschaft: Der Inhaber dieses Schnellrestaurants wird in der Nacht zu Montag von seinem Bruder beschossen.
Polizei statt Pizza-Kundschaft: Der Inhaber dieses Schnellrestaurants wird in der Nacht zu Montag von seinem Bruder beschossen. Quelle: Heller
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Hardegsen

Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt und musste in einer mehrstündigen Operation gerettet werden. Als Motiv für die Bluttat nimmt die Polizei Northeim lange währende Familienstreitigkeiten an.

Am Montagmittag rütteln viele Stammgäste vergeblich am Eingangsgriff, neben dem ein fingerdickes Loch mit einem Kranz zersprungenen Glases prangt. „Vorübergehend geschlossen“ steht auf dem daneben klebenden Zettel. Fassungslos die einen, nach Erklärungen suchend die anderen. Zwei alte Herren glauben schon zu wissen, warum: „In diesen Kreisen regelt man Familienstreit so.“

Dabei habe sich der ältere Bruder doch zuvor so rührend um die Kinder des Opfers gekümmert. Drei Kinder von zwei Frauen; mit der dritten Frau lebt das Opfer zusammen. „Da geht es bestimmt um die Frau“, mutmaßen die Senioren.

Der Betreiber eines Imbisses in Hardegsen ist am späten Sonntagabend in seinem Geschäft angeschossen und schwer verletzt worden. ©Heller

Doch tatsächlich geht es wohl eher um die grundsätzliche Lebenseinstellung, den Lebenswandel und das familiäre Verhältnis des 25-Jährigen, das der aus dem Südosten der Türkei stammenden Großfamilie nicht gefällt. Mehrfach habe es deshalb – wohl außerdem auch wegen Streit um Geld – bereits Auseinandersetzungen und gegenseitige Körperverletzungen unter den Brüdern gegeben.

Am Sonntagabend dann eskalierte dieser Streit. Die Pizzeria, in der der Türke griechische Gyros, türkische Döner und italienische Pizza servierte, war schon geschlossen. Das Opfer öffnete dem Bruder offenbar nicht. Dann fiel der Schuss – durch das dicke Türglas. Der 25-jährige brach lebensgefährlich getroffen zusammen. Im Uni-Klinikum konnte sein Leben gerettet werden. Noch liegt das Opfer auf der Intensivstation.

Am Montagmorgen dann rückte die Polizei Northeim mit einem Sondereinsatzkommando bei der Northeimer Wohnung des mutmaßlichen Schützen an. Der 38-Jährige ließ sich gegen 6 Uhr widerstandslos festnehmen. Er soll dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.