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Göttingen Tierschützer fordern Schließung aller Schlachthöfe
Die Region Göttingen Tierschützer fordern Schließung aller Schlachthöfe
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17:42 14.07.2019
Aktionstag, Kundgebung und Demonstration für Tierrechte - und gegen Schlachthöfe. Quelle: Markus Riese
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Göttingen

 Etwa 200 Tierrechtler haben am Sonnabend bei einem Aktionstag am Göttinger Gänseliesel und einer Demonstration durch die Göttinger Innenstadt für ein „Ende der Tierausbeutung“ demonstriert. Sie forderten lautstark die „Schließung aller Schlachthöfe“.

Aktionstag, Kundgebung und Demonstration für Tierrechte - und gegen Schlachthöfe. Quelle: Markus Riese

Aufgerufen hatte die Göttinger Ortsgruppe der Organisation „Animal Rights Watch“ (Ariwa). „Die Zukunft gehört einer rein pflanzlichen Ernährung und einer nachhaltigen, bio-veganen Landwirtschaft“, sagt Simon Anhut, Kampagnen-Koordinator bei Ariwa. Schon vor der angemeldeten Demo sind vor dem Alten Rathaus mehrere Info- und Aktionsstände aufgebaut. Neben den Ariwa-Ortsgruppen Göttingen und Kassel präsentieren sich hier beispielsweise der Verein Göttinger Stadttauben, die Interessengemeinschaft Wildvogelhilfe Südniedersachsen und die Aktionsgruppe Kassel der Albert-Schweitzer-Stiftung, welche Alternativen zur Kuhmilch vorstellt. Am Stand von „Cashewrella“, einem kürzlich an der Jüdenstraße eröffneten Laden, dürfen Passanten bio-vegane Käse-Alternativen probieren.

Aufrüttelnd: Ein Mensch in typischer Fleischverpackung. Quelle: Markus Riese

Die Veranstalter setzen vor allem auf Gespräche und Information, aber auch auf „Schockierendes“: Auf einem großen Fernseher laufen Dokumentationen über den Alltag in deutschen Schlachthöfen, davor liegt ein zusammengekauerter und enthäuteter Mensch in einer überdimensionierten Fleischverpackung mit Kunststoff-Schale und Folie. „Menschenfleisch“ ist darauf zu lesen, inklusive Kilopreis und typischen Discounter-Etiketts. Vor allem die Filme lassen viele Innenstadt-Besucher innehalten; einige fangen sogar an zu weinen, als sie das dargestellte Tierleid auf dem Bildschirm sehen.

„Jeder Einzelne ist gefragt“

„Wir wollen generell mit unseren Aktionen auf das immense Leid der Tiere aufmerksam und die vegane Bewegung sichtbar machen“, betont Tino Pasold, Ortsgruppen-Sprecher von Ariwa Göttingen. Jeder Einzelne sei gefragt, den eigenen Konsum und das Tragen tierischer Produkte zu reflektieren. „Das Handeln fängt bei jedem selbst an“, so Pasold.

Protest gegen Schlachthäuser. Quelle: Markus Riese

In vielen Gesprächen an den Infoständen hätten er und seine Mitstreiter überwiegend positive Resonanz erfahren. „Natürlich gibt es auch Kritik, aber die positiven Gespräche überwiegen deutlich“, bilanziert er.

Von Beleidigungen nicht beeindruckt

Als sich der Demo-Zug in Bewegung setzt und die vielen Protest-Banner und selbst gemachten Schilder hoch gehalten werden, gibt es allerdings nicht nur positives Feedback. Immer wieder rufen zufällig vorbeikommende Passanten „Vollidioten!“, „Ihr Spinner!“ oder „So ein Unsinn!“. Eine Frau singt sogar lachend „We don’t need another hero“ – und verschwindet amüsiert in einem Geschäft. Die Tierrechtler lassen sich davon jedoch nicht beeindrucken.

Gesang für den Tierschutz. Quelle: Markus Riese

Sie singen zunächst selbst – und zwar gemeinsam und mit Gitarrenbegleitung den Tierrechtssong „Liberation“ von Ernesto Melchor, halten dabei zuvor verteilte Zettel hoch. Nach einer Auftaktrede startet die Laufdemo, die insgesamt 3,7 Kilometer Strecke zurücklegt. Immer wieder gibt es Stopps und auch weitere Redebeiträge; am Nabel wird noch einmal gesungen („Herzen auf“ von Lulu Henn). Ständig skandieren die Demo-Teilnehmer Sprüche, einige kommen auch immer wieder mit Innenstadt-Besuchern ins Gespräch. Für einen der Redebeiträge ist mit der praktizierenden Veterinärin Kirsten Tönnies sogar eigens eine bekannte Expertin für Tierschutz und tierärztliche Ethik aus Hattersheim angereist.

Aktionstag, Kundgebung und Demonstration für Tierrechte - und gegen Schlachthöfe. Quelle: Markus Riese

Die ersten Demonstrationen zur „Schließung aller Schlachthäuser“ gab es bereits 2012 in Frankreich, schnell wurde die Bewegung international. In Deutschland werden die Demos seit 2014 maßgeblich von Ariwa organisiert und koordiniert. Die nächsten Termine in Deutschland sind am 20. Juli in Stuttgart, am 27. Juli in Frankfurt und am 10. August in München.

Gesang für die Rechte der Tiere (Video):

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Von Markus Riese

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