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Göttingen Schluss nach 28 Jahren: Amtszeit von Schlapeit-Beck endet
Die Region Göttingen Schluss nach 28 Jahren: Amtszeit von Schlapeit-Beck endet
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20:50 14.01.2016
Von Michael Brakemeier
Quelle: EF
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Göttingen

Köhler führte „persönliche Gründe“ Schlapeit-Becks für seine Entscheidung an, die Stelle für die Dezernatsleitung neu auszuschreiben. Schlapeit-Becks Wahlzeit als Kultur- und Sozialdezernentin endet am 1. September. Jetzt soll nach Köhlers Vorstellung der Rat nach Vorberatungen im Personalausschuss in seiner Februarsitzung über die Stellenausschreibung beschließen.

Schlapeit-Beck ließ die Gründe ihres Ausscheidens am Donnerstag unkommentiert. Der Abschied werde ihr aber nicht leicht fallen, sagte die 57-Jährige. Sie habe sich sehr mit ihrem Job identifiziert, der ihr viel Freude bereitet habe. Als wichtige Punkte ihrer vergangenen Arbeit nannte sie die Schaffung von Plätzen in Kindertagesstätten, die soziale Stadtentwicklung, die Erhaltung und Stabilisierung des Kulturangebotes in der Stadt und die Förderung der Erinnerungskultur, etwa durch die Verlegung von Stolpersteinen oder die Aufstellung eines Denkmals für Zwangsarbeiter.

„Noch liegen acht Monate gemeinsamer Arbeit vor uns“, sagte Köhler. „Aber wer 28 Jahre für die Stadt Göttingen gearbeitet hat und dabei zweimal durch eine Wiederwahl den eindrucksvollen Vertrauensbeweis unseres Rates erhalten hat, darf schon jetzt auf einen langen Zeitraum hervorragender Leistungen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern zurückschauen“.

Die Vorsitzenden der Mehrheitsfraktionen im Rat der Stadt, Frank-Peter Arndt (SPD) und Rolf Becker (Grüne), haben sich am Donnerstag für eine „fachlich qualifizierte“ und „kompetente“ Frau als Nachfolgerin für Schlapeit-Beck ausgesprochen. „Möglichst Sozialdemokratin“, ergänzte Arndt. Schlapeit-Beck habe in ihrer „beachtlichen Zeit“ als Dezernentin im Kultur- und Sozialbereich „viel bewegt“, sagte Arndt und nannte die Beschäftigungsförderung und die „differenzierte Vielfalt“ in der Göttinger Kulturlandschaft als Beispiel. „Ihre Arbeit hatte Höhen und Tiefen“, sagte Becker. Schlapeit-Becks Vorschläge zum Entschuldungshilfeprogramm etwa nannte Becker „unglücklich“. Er erinnerte auch an die Insolvenz des städtischen Betriebs Juweel. Von einer Nachfolgerin erwartete er mehr Unterstützung für die  Sozio-Kultur.

Bereits im November hatten Linke und Piraten klar Stellung bezogen: Piraten-Fraktionschef Martin Rieth hatte eine weitere Amtszeit von Schlapeit-Beck kategorisch abgelehnt. Patrick Humke, damals noch Fraktionsvorsitzender der Linken, sprach sich hingegen für eine weitere Amtszeit von Schlapeit-Beck aus. Er sehe „keine adäquate oder bessere Alternative“, sagte Humke. Er lobte unter anderem ihren „Umgang mit der Flüchtlingsfrage“ und ihren Einsatz für die Entwicklung der Stadtteile mit „sozialen Brennpunkten“. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Scherer war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.“

Dieser Artikel wurde aktualisiert