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Göttingen Start frühestens Ende 2018
Die Region Göttingen Start frühestens Ende 2018
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00:17 31.05.2017
Von Rüdiger Franke
Quelle: Mischke
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Duderstadt / Göttingen

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Fahrten im Stundentakt

35 mögliche Linien können niedersachsenweit durch das Förderprogramm für Landesbuslinien aufgebaut werden. Kriterien für eine Förderung sind unter anderem Fahrten im Stundentakt, werktags zwischen 6 und 23 Uhr. In Südniedersachsen gibt es konkrete Überlegungen für die Verbindung Göttingen - Duderstadt. Weitere mögliche Linien könnten zwischen Göttingen und Hann. Münden, Göttingen und Goslar, Goslar und Osterode, Herzberg und Wernigerode sowie Holzminden und Springe eingerichtet werden.     rf

"Die Kollegen im Norden hatten für die Verbindung zwischen Westerstede und Oldenburg bereits einen Verkehrsvertrag", erklärt Carl-Michael Wieter, stellvertretender Geschäftsführer beim Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) den Zeitunterschied bei der Umsetzung.

"Auf Linien, für die ein solcher Vertrag besteht, können Leistungen zubestellt und die Linie aufgewertet werden." Für die Strecke zwischen Göttingen und Duderstadt sei hingegen kein Verkehrsvertrag abgeschlossen. Die Strecke werde eigenwirtschaftlich von der Regionalbus Braunschweig Gesellschaft (RBB) betrieben. "Deshalb muss eine neue Schnellbuslinie zwischen Göttingen und Duderstadt europaweit ausgeschrieben werden", so Wieter.

Kreistag entscheidet am 21. Juni

Für die Umsetzung der Schnellbuslinie über den ZVSN bedürfe es zunächst eines Weisungsbeschlusses durch den Kreistag, erläutert Landkreissprecher Ulrich Lottmann. Die Kreisverwaltung bereite gerade eine Vorlage für den zuständigen Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Bauen, Planen und Energie vor.

Dort werde das Thema am 13. Juni unter anderen hinsichtlich der Finanzierung beraten. Ein Beschluss des Kreistags erfolge voraussichtlich am 21. Juni. "Ohne der Kreistagentscheidung vorzugreifen, kann ich sagen: Die Vorbereitung der schnellen Busverbindung zwischen Göttingen und Duderstadt läuft", so Lottmann.

Vorab-Bekanntmachung im EU-Amtsblatt

Nach dem Beschluss durch den Kreistag könne die Linie nicht sofort ausgeschrieben, erklärt Wieter das langwierige Verfahren. "Zunächst müssen wir eine Vorab-Bekanntmachung im Amtsblatt der Europäischen Union (EU) veröffentlichen", so der stellvertretende Verbandsgeschäftsführer.

Und eine solche Vorab-Bekanntmachung mit Angaben unter anderem zu Fahrplan, Fahrzeuganforderungen und Haltestellen müsse mindestens ein Jahr vor der Ausschreibung erfolgen. Nach der Ausschreibung dauere es dann noch ein halbes bis dreiviertel Jahr bis zur Betriebsaufnahme. "Deshalb werden wir frühestens Ende 2018 mit der Schnellbuslinie auf der Straße sein", so Wieter.

Warten auf schnelle Verbindung

Die Linienführung zwischen Duderstadt und Göttingen steht. Der geplante Schnellbus soll in Seulingen, Seeburg, Ebergötzen und Waake halten und dabei rund 20 bis 30 Minuten Fahrzeit einsparen. "Mit der Stadt Göttingen muss aber noch die Linienführung im Stadtgebiet abgestimmt werden", so Wieter.

An anderer Stelle seien die Verantwortlichen bereits aktiv geworden. So soll in Ebergötzen die Haltestelle ausgebaut werden. Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden äußern sich positiv über die geplante Verbindung. Matthias Rink (CDU) beispielsweise verweist auf die direkte Verbindung nach Ebergötzen als Vorteil für Seulingen.

Martin Bereszynski (CDU) sieht die Vorteile in beide Richtungen. So könnten nicht nur die Seeburger schnell Duderstadt oder Göttingen erreichen, auch sei für Göttinger ein Ausflug zum Seeburger See ohne großen Zeitaufwand möglich. Allerdings reiche eine solche Verbindung nicht aus, um die Probleme im Liniennetz des Landkreises zu beheben.

So seien etwa Fahrten von Duderstadt nach Herzberg kaum möglich. "Der Osteroder Teil ist noch abgehängt", so Bereszynski. Aus Sicht des Kreistagsabgeordneten fordere er eine weitere Überarbeitung des Liniennetzes, um den Zusammenwuchs des Kreises zu fördern.

Haltestellen

 

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