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Göttingen Göttinger West-Dörfer machen mobil: Geheimtipps zur Naherholung
Die Region Göttingen Göttinger West-Dörfer machen mobil: Geheimtipps zur Naherholung
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09:00 11.09.2019
Die Ortsbürgermeister Karla Busch, Heidrun von der Heide, Michael Voß und Birgit Sterr erkunden mit Christian Henze mögliche Naherholungsorte in der Göttinger Weststadt (v.l.). Quelle: Markus Hartwig
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Göttingen-Weststadt

Hand aufs Herz! – auch die alteingesessenen Göttinger: Wer kennt den Brockenblick bei Hetjershausen? Wer weiß, wo die Grone entspringt? Und wer hat sich bei einem Spaziergang schon einmal vom märchenhaften Wald zwischen Knutbühren und Elliehausen verzaubern lassen? Nur wenige dürften diese und viele andere besondere Orte im Westen der Stadt kennen.

Das wollen die Ortsräte der sieben Weststadt-Dörfer jetzt ändern. Auf Initiative der SPD wollen sie mit der Stadt Göttingen die „Naherholung im Westen“ aus ihrem Dornröschenschlaf holen und mit einem ortsübergeifenden Wanderroutennetz erschließen. Ein ehrgeiziges Projekt, und vermutlich das erste, das die Nachbardörfer gemeinsam in Angriff nehmen, sagen die Ortspolitiker selbst.

„Hier gibt es so viel Wasser“

Auf einem Feldweg im Börltal habe sie sich getroffen und ihre Begeisterung ist fast zu greifen. Immer neue Ziele werfen die vier Ortsbürgermeister der West-Dörfer in die Runde. Sozialdemokrat Christian Henze (Rat Göttingen und Ortsrat Groß Ellershausen-Hetjershausen-Knutbühren) markiert sie mit bunten Filzstiften auf einer Landkarte auf dem Boden. Im Hintergrund glitzern die Häuser Göttingens, gleich nebenan fließt unscheinbar die Flöte. Auch sie zählt zu den nahezu unbekannten Wasserläufen und schönen Orten im Westen der Stadt.

Die Ortsbürgermeisterin von Grone, Birgit Sterr, sucht weitere schöne Orte. Quelle: Markus Hartwig

Ob Springmühle, die Grone oder die Jochmannsche Teiche: „Hier gibt es so viel Wasser, wir müssen es nur erlebbar machen“, sagt Henze. „Auch der wunderschöne Wald zwischen Holtensen und Esebeck ist immer einen ausgiebigen Spaziergang Wert“, ergänzt die Ortsbürgermeisterin von Holtensen, Karla Busch (SPD). Und mit dem Fahrrad könne man wunderbar auf dem alten Bahndamm von Göttingen aus an Groß Ellershausen vorbei bis nach Hetjershausen fahren, listet Heidrun von der Heide (SPD) auf. Sie ist die Ortsbürgermeisterin der beiden Dörfer einschließlich Knutbühren.

Grones Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD) wirbt zugleich für den Alten Stadtfriedhof und den Weg entlang der Grone, der bis zum Erinnerungsfelsen der kaum wahrnehmbaren Pfalz Grona auf dem Hagenberg führt. Und der gesamte Bereich um den Modellflugplatz oberhalb von Elliehausen biete „einen fantastischen Blick über Göttingen“, verspricht der Ortsbürgermeister von Elliehausen-Esebeck, Michael Foß (SPD).

Eine erste grobe Karte. Quelle: Markus_Hartwig

Wandern im Stadtwald als Vorbild

Nicht nur der Göttinger Wald und die Äcker im Süden Geismars seien als Naherholungsgebiete lohnende Ziele, sondern auch der Westen der Stadt, fasst Henze die erste Aufzählung zusammen. Damit aber nicht nur Anlieger sie wahrnehmen und genießen können, „müssen wir sie erschließen, markieren und mit ausgewiesenen Wanderwegen vernetzen“, fügt er an.

Dazu wollen die Ortsbürgermeister der Westdörfer die Stadt Göttingen und ihre Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) mit ins Boot holen. Mit einem Antrag, der zurzeit in allen Ortsräten diskutiert wird, wollen sie die GoeSF bitten, zunächst alle Naherholungsmöglichkeiten in Westen der Stadt zu erkunden und aufzulisten und diese mit einem Wanderroutennetz zu verknüpfen. Vorbild ist ein Wanderplan für den Stadtwald, den die GoeSF gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein erarbeitet und umgesetzt hat.

„Das funktioniert aber nur, wenn wir alle Betroffenen mitnehmen und an einem Stang ziehen“, sagt Sterr. Vor allem die Bauern,

Die sieben West-Dörfer in der Stadt Göttingen im Überblick. Quelle: us/googlemap

Feldmarkinteressentschaften und Forstgenossenschaften müssten als Eigentümer der Wege und Flächen einbezogen werden. „Wir wollen für unseren schönen Westen werben, aber dabei niemanden verärgern oder einschränken“, fügt sie an.

Die Ortsräte von Grone und Elliehausen-Esebeck haben bereits zugestimmt. Im Ortsrat Groß Ellershausen-Hetjershausen-Knutbühren steht der Vorschlag offiziell am Donnerstag, 12. September, zur Abstimmung, im Ortsrat Holtensen am Dienstag, 17. September. Unterstützung zugesagt hat bereits der „Bürgerstammtisch Hagenberg“.

So weit sind die Nachbarn:

Wandern im Wald und in der Region

50 Kilometer lang sind die ausgewiesenen Wanderrouten im Göttinger Stadtwald. Sechs Strecken haben die Göttinger Sport und Freizeit GmbH und der Deutsche Alpenverein (Sektion Göttingen) dafür im vergangenen Jahr freigegeben – nach gut zwei Jahren Vorbereitung. Sie erstrecken sich über das gesamte Waldgebiet zwischen den Schillerwiesen und der Mackenröder Spitze. Sie führen vorbei an Waldwiesen, Streuobstbeständen und Alleen sowie an markanten Einzelbäumen. Markiert sind die Wege und Besonderheiten mit 80 Wegweisern und zwölf Wandertafeln. Eine Wanderbroschüre dazu gibt es beim Alpenverein und in der Tourist-Information der Stadt Göttingen.

Wandern im Umland

Die meisten Gemeinden im umliegenden Kreisgebiet sind schon weiter. Sie haben fast alle mit ehrenamtlichen Wanderwarten etliche Wanderwege und Routen erschlossen und ausgeschildert. Alleine in der Samtgemeinde Radolfshausen hat Wanderwart Wilfried Schmidt mehr als 185 Kilometer Wanderwege durch alle angeschlossenen Gemeinden gesucht, getestet und kartiert. In Duderstadtüberarbeiten zurzeit vier Wanderwarte das alte Routennetz rund um die Brehme-Stadt.

So erreichen Sie den Autor: Tel.: 0551/901731, Mail: u.schubert@goettinger-tageblatt.de; Twitter: @goeschubi, Facebook: Goeschubi GT

Von Ulrich Schubert

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