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Göttingen Schönheit und Ästhetik statt Streicheleinheiten
Die Region Göttingen Schönheit und Ästhetik statt Streicheleinheiten
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19:09 29.08.2011
Von Britta Eichner-Ramm
Diskus-Buntbarsche: Sie haben ihre Heimat in Südamerika, fühlen sich aber auch im Aquarium wohl.
Diskus-Buntbarsche: Sie haben ihre Heimat in Südamerika, fühlen sich aber auch im Aquarium wohl. Quelle: Theodoro da Silva
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Wer Fische halte, suche nicht das klassische Streicheltier, sondern erfreue sich an Schönheit und Ästhetik. Hinzu komme naturwissenschaftliches Interesse, denn ein Aquarium sei immer auch ein Lebensraum. „Wie ist die Wasserchemie, wie funktioniert der Stoffwechsel im Aquarium, wie vermehren sich Fische?“, zählt Rademacher als Beispiele auf.

„Viele denken, Fische sind langweilig“, weiß der Hobby-Aquarianer. Die Distanz zum Tier sei größer, und meist gehe man nicht eine so soziale Bindung wie etwa bei einer Katze oder einem Hund ein. Aber es sei ungeheuer beruhigend, den Fischen im Becken zuzusehen, erzählt Rademacher.

Vor allem an der Farbenpracht mancher Fische kann sich der Aquarianer erfreuen. Für Anfänger seien etwa der Neonfisch, eine Salmlerart mit zumeist blauen und roten Seitenstreifen, der Guppy, einer der beliebtesten Süßwasserfische, oder viele Buntbarsche, zu denen auch Skalare zählen, geeignet. Die Zucht sei zum Beispiel bei Guppys recht einfach. „Sie bekommen alle drei bis vier Wochen Junge“, erklärt der Aquarianer. Das Aussehen dieser Zierfische sei immer wieder Veränderungen unterworfen.

Bei der Bestückung eines Beckens sollte beachtet werden, welche Fische sich miteinander vertragen. Der Zoofachhandel und die Mitglieder etwa des AAL geben dabei fachkundigen Rat. „Grundsätzlich ist für einen Anfänger ein Süßwasseraquarium geeignet“, sagt Rademacher. Zum Einstieg sollte es schon ein 60-Liter-Becken sein, meint er und ergänzt: „Je größer das Becken, um so besser.“ Aber dem Fisch-Freund sind mitunter statisch bedingte Grenzen gesetzt. Rademacher rechnet vor: „Ein 200 Liter fassendes Becken kann mit Steinen und Wasser etwa 300 Kilogramm wiegen.“

Im Trend liegen Nano-Aquarien – Kleinstaquarien mit entsprechend kleinen Bewohnern. Dazu zählen zum Beispiel Zwerggarnelen, Schnecken, Zergberblinge oder Killifische.

Im Gegensatz zum Süßwasseraquarium, das kaum Arbeit macht und sich je nach Fisch- und Pflanzenbesatz als eigenständiges Biotop selbst reinigt, ist die Meerwasseraquaristik sehr viel aufwendiger und nur etwas für Fortgeschrittene. Die Fische seien sehr empfindlich, dem Wasser müsse Spezialsalz zugeführt werden, und das Becken benötige täglich ein bis anderthalb Stunden Pflege, erklärt Dennis Schnarre vom AAL. Er hatte jahrelang ein Meerwasseraquarium. Und das ist deutlich teurer als das Süßwasserpendant. Die Kristallrote Bienengarnele – gerade einmal zwei Zentimeter groß – könne zum Beispiel bis zu 200 Euro kosten. Und weil bei einem Meerwasserbecken zum Beispiel die Sonne an einem Korallenriff künstlich nachempfunden werde, würden für ein 300-Liter-Becken bei zwölf Stunden mit Beleuchtung 150 bis 300 Kilowatt Strom verbraucht, rechnet Schnarre vor. Weitere Infos gibt es hier.