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Göttingen Schreer: Christen sollen wie Maria „Ja“ sagen
Die Region Göttingen Schreer: Christen sollen wie Maria „Ja“ sagen
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20:37 04.07.2011
„Ja“ sagen wie Maria: Generalvikar Werner Schreer predigt vor 2000 Gläubigen bei der großen Wallfahrt in Germershausen.
„Ja“ sagen wie Maria: Generalvikar Werner Schreer predigt vor 2000 Gläubigen bei der großen Wallfahrt in Germershausen. Quelle: Tietzek
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Germershausen

Es waren nicht so viele Gläubige wie im Vorjahr, als 5000 Menschen gemeinsam die Messe feierten. Doch der Platz vor dem Freialtar war gut gefüllt.

„Sie sind rechte Wallfahrer“, lobte der Generalvikar. Christen ließen sich von Gefahren und Herausforderungen nicht abschrecken. Die Gottesmutter Maria, die in Germershausen besonders verehrt werde, habe ihnen dafür ein Beispiel gegeben. Als der Engel Gabriel ihr von den Plänen Gottes mit seiner Magd erzählt habe, sei sie nicht zurückgewichen. Sie habe nicht gesagt: „Das wird mir zu viel.“

Der Prälat: „Wir wissen nicht, wie viele Frauen der Engel Gabriel vorher bereits gefragt hatte.“ Möglicherweise seien zu jenem Zeitpunkt bereits einige Absagen zusammengekommen. „Gott hat mit jedem Menschen einen Plan“, so Schreer. Jeder müsse herausfinden, was Gott von ihm wolle, wo er „Ja“ sagen solle.

Für welche Aufgaben Gott die Unterstützung der Menschen erwarte, stehe unter anderem im Magnifikat, dem Lobgesang der Maria im Lukas-Evangelium, führte der Generalvikar aus. Dort heiße es, dass Gott die Hochmütigen zerstreue, die Mächtigen vom Thron stoße und die Armen beschenke. Zur Verwirklichung dieser Verheißung, die fast nach Revolution klinge, brauche Gott die Hilfe der Menschen.

Dass es nicht ganz ungefährlich ist, sich den Mächtigen entgegenzustellen, zeigte Schreer an einem Beispiel. In Lübeck hätten während des Dritten Reichs drei Kapläne und ein evangelischer Pastor gegen die Nazis gepredigt. Sie seien deswegen 1943 hingerichtet worden. 2011 habe die katholische Kirche die Kapläne selig gesprochen. Was damals wie ein vergebliches Opfer ausgesehen hätte, werde heute als ein Beitrag zur Herstellung demokratischer Verhältnisse erkannt.

Von Michael Caspar