Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Ruinen am Straßenrand
Die Region Göttingen Ruinen am Straßenrand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 01.04.2018
Schrottautos im Elmweg in Grone mit dem roten Punkt der Stadtverwaltung.
Schrottautos im Elmweg in Grone mit dem roten Punkt der Stadtverwaltung. Quelle: Christoph Mischke
Anzeige
Göttingen

Erst kürzlich standen in Rosdorf monatelang die Reste eines Wohnwagens im Mahntweg herum – zuerst auf privatem Grund, dann an der Straße. Mit einem roten Aufkleber versuchte die Gemeinde, den Besitzer zum Abtransport zu bewegen, schließlich mit Erfolg. Es komme regelmäßig vor, dass Bürger meinten, sich ihrer schrottreifen Gefährte einfach durch Abstellen am Fahrbahnrand entledigen zu können, erklärt Jörg Kaufmann, Leiter des Ordnungsamts der Gemeinde Rosdorf. Doch im Regelfall zeigen die Androhungen der Verwaltung dann doch Wirkung.

Größer als in Rosdorf ist das Problem im Stadtgebiet von Göttingen. Dort würden regelmäßig die unübersehbaren roten Aufkleber an Schrottfahrzeuge gepappt, sagt Nina Winter, stellvertretende Sprecherin der Göttinger Stadtverwaltung. Im Elmweg in Grone stehen derzeit gleich mehrere davon herum, allesamt ältere Kleinwagen. Die auf den Aufklebern gesetzte Frist zur Beseitigung ist bereits abgelaufen.

Das illegale Abstellen von Schrottautos im öffentlichen Verkehrsraum sei „ein grundsätzliches Problem“, erklärt Winter. Vermehrt komme es zu derartigen Vorfällen in bestimmten Bereichen von Grone und im Maschmühlenweg, hat die Verwaltung festgestellt.

Nicht selten reagieren die Halter oder Besitzer nicht auf die von der Stadt verhängten Fristen oder angedrohten Konsequenzen. Im Jahr 2015 musste die Stadt trotz solcher Maßnahmen schließlich 49 Fahrzeuge verschrotten lassen. 2016 waren es schon 63 Schrottautos, 2017 gingen 64 Fahrzeuge in die Presse.

„Klebepunkte“, sagt Winter, „werden sehr viel mehr verteilt.“ Der rote Aufkleber deklariert das Fahrzeug entsprechend dem Kreislaufwirtschaftsgesetz nach Ablauf eines Monats als Abfall, so dass nach Ablauf dieser Frist das Auto entfernt und verschrottet werden kann. Außerdem wird gegen den letzten Halter ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die Folge: 60 Euro Bußgeld und ein Punkt im Verkehrszentralregister. Die Kosten für das Abschleppen und das Verschrotten, dazu eine Verwaltungsgebühr muss der letzte Halter ebenfalls erstatten.

Davor stehen allerdings die Probleme der Kommunen, die Halter zu ermitteln. Je nach Einzelfall müsse die Rosdorfer Gemeindeverwaltung beispielsweise klären, ob sie oder der Landkreis als untere Abfallbehörde zuständig ist, sagt Ordnungsamtsleiter Kaufmann. Klar sei nur: Wenn Öl oder Kühlflüssigkeit ausläuft, die Scheiben eingeschlagen sind oder anderweitig eine konkrete und unmittelbare Umweltgefährdung besteht, werde sofort abgeschleppt.

Sonst wird der rote Aufkleber aufgepappt – in der Regel mit einer Beseitigungsfrist von vier Wochen. Manchmal könne die Fahrgestellnummer und damit der Halter ermittelt werden, manchmal nicht, meint Kaufmann. Im Regelfall werde die Verschrottung angedroht. Und wenn das Fahrzeug noch zugelassen ist, müsse die Kommune das Fahrzeug zunächst ohnehin erst einmal stehen lassen. Eine Versteigerung bei noch bestehendem Restwert, erklärt der Rosdorfer Ordnungsamtsleiter, sei sehr aufwendig und werde so gut wie nie vorgenommen.

In Dransfeld will die Verwaltung mit der Beseitigung von Schrottfahrzeugen nicht so lange warten wie in Rosdorf. Im Regelfall werde den Haltern eine Frist von einer Woche gesetzt, sagt Ordnungsamt-Leiter Dirk Aue. Wenn die nicht eingehalten wird, werde das Auto auf den Bauhof geschleppt, wo der Fahrgestellnummer identifiziert und so der Halter ermittelt werden kann. Andere Kommunen gehen noch rigoroser vor: Die Stadt Düsseldorf beispielsweise setzt den Besitzern eine Beseitigungsfrist von nur drei Tagen.

Von Matthias Heinzel

Göttingen Spenden bei Polizei-Weihnachtsfeier - Polizei unterstützt Kinder-Palliativzentrum
01.04.2018
Göttingen Spendenaktion für La Paz Centro - Kleinbus für Nierenkranke einsatzbereit
01.04.2018
Göttingen Bauarbeiten am Groner Tor - Weitere Fahrbahn gesperrt
29.03.2018