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Göttingen Schüler der Heinrich-Böll-Schule in Göttingen eröffnen eigene Imkerei
Die Region Göttingen Schüler der Heinrich-Böll-Schule in Göttingen eröffnen eigene Imkerei
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12:49 14.01.2020
An der Heinrich-Böll-Schule wurde die schuleigene Imkerei eröffnet. Vorne: Marcel, Luise und Marisa, die sich in „Heinrichs Naturwerkstatt“ engagieren, präsentieren die Geschenkkörbe, die es zur Eröffnung für alle Schulklassen und Teams gab. Quelle: Tammo Kohlwes
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Göttingen

„Heinrichs Gold“ heißt er – der erste Honig, den die Schüler der Heinrich-Böll-Schule geerntet haben. Am Mittwochvormittag eröffneten die Kinder und Jugendlichen offiziell ihre eigene Imkerei. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit veranstalteten sie im Forum ihrer Schule eine Feier, bei der Körbe mit Honig, Wachskerzen und Saattüten an alle Klassen verteilt wurden – und an alle anderen, die das Projekt ermöglicht haben.

Die Eröffnungsfeier bestand vor allem aus Dankesbekundungen – von Lehrern für Schüler, von Schülern für Lehrer, von Schülern und Lehrern für Sponsoren. Lehrer Berthold Graff führte durch die Feier, bei der die Schüler auch unter Regie von Lehrerin Kerstin Herbold-Plaisir Lieder sangen und Geschenkkörbe verteilten. Auch Schulleiterin Martina Kolbe-Schwettmann sagte einige Sätze über die Wichtigkeit des Projekts – für die Schüler und für die Umwelt. Die eigene Imkerei biete den Schülern die Möglichkeit zum Lernen, sei aber auch ein Stück Umweltschutz, betonte Kolbe-Schwettmann.

Video mit Dankesbotschaft und neue Spende

Vor einem Jahr nahm das Imkereiprojekt an der Heinrich-Böll-Schule seinen Anfang: Der Rewe-Markt an der Karl-Methe-Straße spendete aus Pfandbons seiner Kunden 3000 Euro. Ein Teil dieses Geldes wurde in eine neue Schaukel investiert – mit dem Rest bauten die Schüler ihre Imkerei auf. Als Ehrengäste waren deshalb am Mittwoch Heide Hahn, Susanne Schumacher und Axel Hüsing vom Rewe-Markt in der Schule und wurden von den Schülern mit lautstarkem Applaus bedacht.

Der Ergotherapeut der Schule, Till Habermann, bekam seinen Beifall dafür, die Idee zum Projekt gehabt zu haben. Zwei weitere Ehrengäste konnten nicht vor Ort sein: Das Ehepaar Karin und Manfred Schrader, das die Hütte zur Verfügung gestellt hat, die auf einer Streuobstwiese nahe der Schule steht, fehlte bei der Feier. Für die Abwesenden nahmen die Schüler ein Video auf, in dem sie ihren Sponsoren dankten.

Eine freudige Überraschung verkündete Berthold Graff: Wie vor einem Jahr angekündigt, hat der Rewe-Markt an der Karl-Methe-Straße weiter Pfandbons gesammelt, deren Wert der Heinrich-Böll-Schule zugute kommt. Weitere 2649,91 Euro kamen auf diese Weise in den vergangenen zwölf Monaten zusammen – Anlass für einen weiteren Beifallssturm. Von dem Geld sollen eine Tretlaubsäge und weitere Hilfsmittel für die Imkerei angeschafft werden, sagt Graff.

Das Leben der Bienen

Die Schüler renovierten die Hütte in Eigenregie. Die Schülerfirma „Heinrichs Naturwerkstatt“ betreibt nun das „Bienenhaus“. Mehrere Schüler stellten Teile des Projekts vor. Zum Beispiel Luise Sobh, die zur Geschäftsleitung der Schülerfirma gehört. Sie betonte, es gehe nicht nur darum, Honig herzustellen, sondern auch darum, den Mitschülern das Leben der Bienen zu zeigen und auf das Problem des Bienensterbens aufmerksam zu machen.

Jan Bürmann erzählte, welche Anschaffungen die Schüler durch die Spende im vorigen Jahr finanzieren konnten: Schutzkleidung, Bienenvölker und Bienenfutter sowie einen Wagen, mit dem alte Honigrahmen von Wachs befreit werden können. Zum Abschluss wurde wieder gesungen – inklusive Überraschungslied der fünften Klasse – und alle Klassen sowie das Rewe-Team bekamen jeweils einen Geschenkkorb überreicht.

Schule für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf

Die Heinrich-Böll-Schule ist eine staatliche Schule für Schüler mit dem Unterstützungsbedarf für ihre körperliche oder motorische Entwicklung. Hier gehen Kinder und Jugendliche zur Schule, die in ihren Bewegungsmöglichkeiten und Bewegungsabläufen eingeschränkt, wegen der Schwere ihrer Behinderung kontinuierlich auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen oder durch fortschreitende Krankheiten in ihren motorischen Funktionen eingeschränkt sind. Die Schüler können an der Heinrich-Böll-Schule verschiedene Abschlüsse erlangen. Schülern mit Unterstützungsbedarf für ihre geistige Entwicklung werden in den letzten drei Schuljahren hauptsächlich Lerninhalte aus dem alltäglichen Leben vermittelt. Für jede Klasse gibt es ein pädagogisches Team, das aus Lehrkräften, pädagogischen Mitarbeitern und Therapeuten besteht. Für eine gute Vorbereitung der Schüler auf Selbstständigkeit und Berufsleben gibt es in der Heinrich-Böll-Schule mehrere Schülerfirmen, ein Schwimmbecken und einen Schulhund.

Von Tammo Kohlwes

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