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Göttingen Schüler der IGS entwickeln Spendenkisten für Pfandflaschen
Die Region Göttingen Schüler der IGS entwickeln Spendenkisten für Pfandflaschen
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11:00 01.03.2019
Maik Geange und Luis Töllner haben eine Kiste entwickelt, die das Flaschensammeln für Bedürftige erleichtern soll. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Eine Getränkekiste, in der Mitte durchgesägt, mit einem Loch zwischen den zwei Hälften. Das ist die von Luis Töllner und Maik Gaenge entwickelte und gebastelte Pfandkiste. Die beiden Achtklässler haben die Kiste in den Schulfarben Blau, Orange und Grün angesprüht. Eine Schelle und Schrauben sollen die Pfandkiste vor Diebstahl schützen und an Laternen und Straßenschildern befestigen.

Idee kam vom Projekttag „Aus Alt mach Neu“

Am wöchentlichen Projekttag der Neuen IGS Göttingen haben Luis und Maik vor rund einem Jahr einen Vortrag zu dem Thema „Aus Alt mach Neu“ gehört. Der Vortrag erklärte den Jugendlichen, wie man alten Gegenständen einen neuen Sinn geben kann. So kamen Luis und Maik darauf, aus alten Getränkekisten etwas Nützliches zu bauen, was auch noch einem guten Zweck dient: die „Pfandkisten“. Die beiden Jungs wollen die Kisten an Orten aufhängen, an denen sich viele Menschen versammeln. Die Menschen müssen ihre leeren Pfandflaschen dann nicht mehr in den Mülleimer werfen, sondern können sie direkt in die dafür vorgesehene Pfandkiste stellen. Flaschensammler können die Pfandflaschen dann den offenen Kisten entnehmen.

Im Müll wühlen zu müssen ist gegen die Menschenwürde

Die Grundidee des Projektes stammt aus dem Hamburger Stadtteil Sankt Pauli. Die „Pfandkiste“ ist der Beitrag des Getränkeherstellers „Lemonaid“ zur Initiative „Pfand gehört daneben“. Dass Flaschensammler oft in Mülleimern nach Pfandflaschen wühlen müssen, sehen Luis und Maik als eine Verletzung der Menschenwürde. „Das ist auch gefährlich, dabei können sich die Sammler an rostigen Gegenständen verletzen“, sagt Luis. Deswegen finden sie die Idee, speziell für Pfandflaschen vorgesehene Kisten in der Stadt aufzuhängen, so toll.

Erstmal mussten die beiden 14-Jährigen eine Genehmigung zur Anbringung der Kisten von der Göttinger Stadtverwaltung bekommen. Dazu kamen noch strenge Auflagen vom Ordnungsamt. „Wir mussten die scharfen Kanten der Kisten abschleifen“, sagt Luis. Außerdem müssen die Kisten in einer gewissen Höhe außerhalb der Reichweite von Kindern aufgehängt werden. Finanziert wird das Projekt zum einen vom Budget des Projekttages, das sieben Euro pro Schüler und Projekt beträgt. Zusätzlich bekamen Luis und Maik 200 Euro vom Verein „Freunde und Förderer der Neuen IGS Göttingen“. Die Göttinger Tafel, lokale Apotheken und Kioske legen Flyer aus, die auf das Projekt aufmerksam machen.

Kisten an der Schillerwiese, am Wilhelmsplatz und am Waageplatz

Die Jungs haben fünf Kisten hergestellt. Zwei davon werden an den Grillaschebehältern auf der Schillerwiese aufgehängt. Eine weitere kommt an den Wilhelmsplatz, eine andere an den Waageplatz beim Carré. Die letzte Kiste bleibt als Reserve, „falls mal eine kaputt geht und ausgetauscht werden muss“, sagt Luis.

Sobald die Kisten angebracht sind, müssen die Jugendlichen sie einmal im Monat auf korrekte Anbringung und Müll kontrollieren. „Wir versuchen, die Kisten so gut es geht zu verwalten“, sagt Maik. Nach ein paar Wochen soll Luis diese Aufgabe, mit Unterstützung von seiner Familie und seinen Freunden, übernehmen, damit Maik sich auf die Schule konzentrieren kann. „Wir wissen noch nicht, ob die Kisten witterungsfähig sind“, sagt Luis. Daher ist die Entscheidung, ob die Kisten auch im Winter hängen bleiben können, noch offen. Im Sommer sollen die Kisten aber auf jeden Fall verfügbar sein, auch im nächsten Jahr. „Das Projekt ist in Göttingen zukunftsfähig“, sagt Luis. Vielleicht hängen nächstes Jahr dann an mehr Orten Luis und Maiks Pfandkisten.

Von Lisa Bohlander

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