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Göttingen Immer weniger Hauptschüler
Die Region Göttingen Immer weniger Hauptschüler
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17:19 27.11.2017
Bei der Anmeldung zur weiterführenden Schule entscheiden sich immer mehr Eltern gegen Haupt- und Realschulen. Quelle: dpa
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Göttingen

Denn mit Ausnahme der leichten Zugänge bei den Gymnasien in Stadt und Landkreis ist die Tendenz eher rückläufig. Bei den Erstklässlern reduzierten sich die Anmeldungen im vergangenen Sommer landkreisweit um rund 30 Schüler, die Zahl der Klassen allerdings ist steigend. Der Grund hierfür sind die mit erfassten Schulkindergärten in Rosdorf, sowie an der Brüder-Grimm- und der Erich-Kästner-Schule. Bei detaillierterer Betrachtung fällt allerdings auf, dass einige Gebiete doch stärker vom Schülerrückgang betroffen sind.

Während der Flecken Bovenden beispielsweise die Anzahl seiner Klassen wegen großer Nachfrage erhöhen musste, fallen Adelebsen (-21), Bad Grund oder auch Bad Sachsa (jeweils -15) deutlich zurück. An anderer Stelle machen sich politische Entscheidungen der Vergangenheit bemerkbar. So steht hinter Groß Schneen in der Statistik erstmals eine Null. Die Zusammenlegung der Grundschulen in der Gemeinde Friedland wurde mit dem neuen ersten Jahrgang erstmalig vollzogen. Die Zusammenlegung der restlichen drei Jahrgänge soll noch in diesem Schuljahr folgen.

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Auch an der kleinen Grundschule Krebeck-Bodensee ist erstmalig keine erste Klasse zustandegekommen. Drei Anmeldungen, die laut Elternbefragung zu erwarten waren, blieben zu wenig. In Bremke und im Eichsfelder Bergdorf Langenhagen werden die Schüler der ersten beiden Klassen aus dem gleichen Grund zusammen unterrichtet. Ob hier mittelfristig alle Standorte zu halten sein werden, muss die Politik mit Blick auf die prognostizierten Schülerzahlen der nächsten Jahre beantworten.

Zuletzt hatte eine von der Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegebene Studie den Schulstandorten Anlass zur Hoffnung gegeben. Bis zum Jahr 2025 sollten aufgrund von Zuzug und Geburtenzunahme 1,1 Millionen Schüler mehr auf deutsche Schulen gehen als bisher angenommen. Als Reaktion darauf hatten die hiesigen Schulträger im Juli dieses Jahres allerdings betont, man arbeite lieber mit eigenem Zahlenmaterial. Die Landkreisverwaltung verwies dabei auf eine aktuelle Elternbefragung zur Zufriedenheit mit dem weiterführenden Schulangebot.

Ein eindeutiger Trend beim Elternwille ist im Landkreis allerdings anhand der aktuellen Statistik kaum auszumachen. Zunächst ist der klare Rückgang in den Real- und Hauptschulen in Hann. Münden, Duderstadt und Osterode zu erkennen. Hier werden im fünften Jahrgang noch fünf beziehungsweise zehn Klassen unterrichtet. Beide Schulformen werden in der Stadt Göttingen nicht mehr angeboten. Auch die Oberschulen haben mit Ausnahme der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen (+24) kaum positive Tendenzen zu vermelden.

Der Blick auf die Gesamtschulen ergibt schließlich ein uneinheitliches Bild. Die drei Göttinger Einrichtung IGS, KGS und Neue IGS halten ihre Anmeldezahlen nahezu konstant. In Bad Lauterberg allerdings fehlen im Vergleich zum Vorjahr 40 und an der IGS Bovenden 28 Fünftklässler. Dem entgegen haben sich in Gieboldehausen 32 Schüler mehr angemeldet als zuletzt. Wer nun glaubt, dass die Schülerzahlen an den zehn Gymnasien explodieren, der wird eines besseren belehrt. In der Summe sind die Anmeldungen lediglich von 1090 auf 1105 gestiegen.

Der Schulausschuss des Landkreises wird sich voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung am 17. Januar mit den Zahlen beschäftigen.

Von Markus Scharf

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