Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Eltern kämpfen für St.-Ursula-Schule
Die Region Göttingen Eltern kämpfen für St.-Ursula-Schule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:29 23.03.2017
Von Birgit Tater
Quelle: CH
Anzeige
Göttingen

Göttingen. Auf scharfe Kritik sind am Donnerstag im Schulausschuss des Göttinger Kreistages die Pläne des Bistums Hildesheim gestoßen, die St.-Ursula-Schule in Duderstadt zu schließen. Dort sind die Schülerzahlen gesunken.

Das Bistum verhalte sich wie ein Paar, dass ein Kind zeuge und es dann zur Adoption freigebe, weil es nicht für seinen Unterhalt aufkommen könne, empörte sich Lothar Dinges (FWG). Er fand damit parteiübergreifend Zustimmung.

„Unverschämt“ sei das Vorgehen des Bistums, erklärte Schuldezernent Marcel Riethig. Er erwarte von der katholischen Kirche, dass sie alle Jahrgänge noch bis zum Schulabschluss bringe. Anderenfalls stehe der Landkreis vor der schwierigen Aufgabe, die Kinder an den bestehenden Schulen unterzubringen.

Enttäuschung über die Kirche äußerten Eltern und Lehrer. Sie richten ihre Hoffnung nun auf den Landkreis, der die Trägerschaft übernehmen soll. 38 Lehrer mit einem Durchschnittsalter von weniger als 45 Jahren betreuten 338 Kinder in 16 Klassen, erklärte Schulleiterin Danila Breckerbohm. Die Sporthalle sei neu. Es gebe eine Mensa mit 160 Plätzen. Die Schule kooperiere mit 100 Partnern. Sie arbeite eng mit den Berufsbildenden Schulen zusammen, um den Schülern bei der Berufsorientierung zu helfen. Die Neunt- und Zehnklässeler würden zu ehrenamtlichen Engagement angehalten. Eine Oberstufe gebe es an der 2010 gegründeten Schule nicht.

In der Region Herzberg seien Eltern sehr an einer staatlich, nicht kirchlich geführten IGS in Duderstadt interessiert, erklärte ein Vater. 2700 Unterschriften für den Erhalt der IGS trug eine Elterninitiative zusammen. Für eine Übernahme machte sich neben der Linken auch die FDP stark. Die Schule sei die einzige IGS im Osten des Landkreises, gab Thomas Carl Stiller (FDP) zu bedenken. Alle anderen Gesamtschulen konzentrierten sich in und um Göttingen.

Die Aufsichtsbehörden genehmigten eine staatliche Trägerschaft nur, wenn die Schule mindestens 580 Schüler habe, gab Matthias Schenke (SPD) zu bedenken. Deswegen sei der Landrat dagegen, ergänzte der Schuldezernent. Sollte sich der Kreistag über den Willen des Landrates hinwegsetzen, müsse er zugleich die Haupt- und Realschule in Duderstadt auflösen, um die nötigen Schülerzahlen zu erreichen. Zuvor solle der Kreistag jedoch prüfen, ob die Einrichtung einer IGS nicht in Osterode oder Herzberg mehr Sinn mache. In der Schulpolitik könne es niemand allen recht machen, so Riehtig.

Die anwesenden Lehrer und Eltern baten die Kommunalpolitiker schnell zu entscheiden. Halte die Unsicherheit länger an, würden kaum noch Eltern ihre Kinder auf der IGS anmelden, Schüler würden abgemeldet, Lehrer sich auf andere Stellen bewerben. „Die nächsten Kreistagssitzungen sind am 31. März und am 25. April“, sagte der Schuldezernent.