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Göttingen Grüne fordern frühere Fahrradprüfungen an Grundschulen
Die Region Göttingen Grüne fordern frühere Fahrradprüfungen an Grundschulen
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14:00 26.06.2019
Die Fahrradprüfung legen Grundschulkinder in der Regel erst zum Ende der vierten Klasse ab.
Die Fahrradprüfung legen Grundschulkinder in der Regel erst zum Ende der vierten Klasse ab. Quelle: dpa
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Göttingen

Mehr Übung für mehr Sicherheit: Damit Grundschüler sich ans Radfahren gewöhnen und besser im Verkehr zurechtkommen, will die Grünen-Fraktion im Göttinger Stadtrat die Prüfungen zum Fahrradführerschein vorverlegen. Das geht aus einem Antrag der Fraktion an den Schulausschuss hervor.

Üblich sei bislang, dass Kinder die Prüfungen zum Ende des vierten Schuljahres ablegen. Dadurch bleibe ihnen nur noch wenig Zeit, das selbstständige zur Schule fahren in der Praxis zu üben, meint Schulausschussmitglied Mehmet Tugcu (Grüne): „Warum sollten sie sich dann sechs Wochen später den wahrscheinlich viel längeren Weg zur weiterführenden Schule zutrauen?“

Polizei: „Die Eltern entscheiden“

Mehr Kinder sollten ermutigt werden, das Rad zu nutzen, ergänzt Susanne Stobbe (Grüne). Derzeit sei das Gegenteil der Fall: „Wenn Kinder mit dem Rad kommen möchten, wird ihnen gesagt, sie dürften das erst nach erfolgter Prüfung“, sagt sie. „Was einem Verbot des Radfahrens zur Grundschule gleichkommt.“

Nicht über Rot fahren: Mit dem Fahrradführerschein sollen Grundschüler verkehrssicherer werden und die Grundkenntnisse des Radfahrens erlangen. Quelle: dpa

Der Kontaktbereichsbeamte der Göttinger Polizei Bernhard Bode hingegen betont: „Die Eltern entscheiden.“ Viele Familien würden schon weit vor der vierten Klasse gemeinsam Rad fahren. Die Fahrradprüfungen werden meist auf dem Schulhof abgenommen, nicht im fließenden Verkehr. Für Bode ist es also wichtiger, dass die Eltern mit den Kinder trainieren. Wann genau dann die Prüfung sinnvoll ist, bleibt für ihn offen.

Handhabung an Grundschulen unterschiedlich

Die Schüler der Brüder-Grimm-Schule legen ihre Fahrradprüfung bislang zum Ende der vierten Klasse ab. In jedem Schuljahr davor üben die Kinder im Verkehrsunterricht – erst zu Fuß, dann mit dem Roller und später mit dem Rad, erzählt die Schulleiterin Gabriele Prang. Dies sei auf Anraten der Polizei so festgelegt.

Die Kinder hätten vorher womöglich nicht den Blickwinkel für Verkehrsgefahren, mutmaßt Prang. Jedoch machen den Schulen nach Angaben von Bode weder die Polizei noch die Verwaltung oder die Landesschulbehörde Vorgaben. Für den Vorschlag der Grünen zeigt sich die Schulleiterin offen: „Das ist durchaus überlegenswert.“

An der Wilhelm-Busch-Schule dagegen haben die Grundschüler in diesem Schuljahr bereits früher ihre Prüfung absolviert. „Wir haben das dieses Jahr das erste Mal gemacht“, sagt die Rektorin Silvia Draschoff-Schmelzer. Einige der Klassen haben so schon vor den Herbstferien begonnen, im Sachkundeunterricht zu trainieren und ihre Fahrradprüfung abzulegen – was alle Kinder erfolgreich gemeistert haben.

Stadtverwaltung noch unschlüssig

Draschoff-Schmelzer schätzt, dass seither mehr von ihnen mit dem Rad zur Schule fahren. „Unser Anliegen ist auch, dass die Eltern das Signal haben: Das Kind hat das geschafft und kann mit dem Rad kommen“, sagt sie. Da außerdem die Fahrräder auf Funktionstüchtigkeit getestet wurden, entstehe für alle Beteiligten mehr Sicherheit. Die Entscheidung, ob ein Kind den Schulweg mit dem Rad bewältigt, liege aber immer noch bei den Eltern, betont die Rektorin.

Die Grünen-Fraktion fordert in ihrem Antrag, dass die Stadtverwaltung in Absprache mit der Polizei und den Grundschulen für eine Vorverlegung der Fahrradprüfungen sorgt. Eine abschließende Verwaltungsmeinung gibt es dazu nach Angaben der stellvertretende Verwaltungssprecherin Cordula Dankert noch nicht. „Insgesamt begrüßt es die Stadt, wenn Schülerinnen und Schüler vermehrt das Fahrrad benutzen, um zur Schule zu gelangen“, sagt sie. Die Sicherheit stehe aber im Vordergrund.

Der Schulausschuss des Rates der Stadt tagt am Donnerstag, 27. Juni, um 16 Uhr im Bürgerhaus Herberhausen, Eulenloch 6. Dann wollen die Ratsmitglieder den Antrag der Grünen-Fraktion diskutieren.

Von Norma Jean Levin

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