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Göttingen Schulbus abseits der Route: 15-Jährige verletzt
Die Region Göttingen Schulbus abseits der Route: 15-Jährige verletzt
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19:18 06.09.2009
Wurde bei einem Busunfall verletzt: Janina Rein (l.), hier mit Schwester Svea.
Wurde bei einem Busunfall verletzt: Janina Rein (l.), hier mit Schwester Svea. Quelle: Hinzmann
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Es ist der 31. August, Mittagszeit, als Janina Schulschluss hat. Sie besucht die Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen. Wie immer steigt sie in den Bus nach Settmarshausen. Sie freut sich auf zu Hause. Am Nachmittag will sie sich noch mit einer Freundin treffen. Doch dazu kommt es nicht mehr.
Seit einiger Zeit schon nimmt Janinas Schulbus einen anderen Weg als gewohnt. Wegen einer Baustelle zwischen Rosdorf und Settmarshausen muss er auf die Bundesstraße 3 in Richtung Dransfeld ausweichen. Auf halber Strecke biegt er dann nach Klein Wiershausen ab und fährt weiter nach Settmarshausen – ein weiter Weg.

Doch an diesem Montag ist alles anders. „In Groß Ellershausen ist der Bus plötzlich abgebogen. Wir haben uns alle gewundert, und dann ist es auch schon passiert“, erinnert sich die 15-Jährige an die Minuten vor dem Unfall. An der letzten Kreuzung vor der Einfahrt in den sogenannten Rübenschnellweg kracht ein Traktor in den Schulbus. „Ich bin aus dem Sitz geschleudert und mit dem Kopf gegen eine Stange geprallt“, erzählt Janina. Auch andere Kinder hätten sich „weh getan“. Nachdem der erste Schock verflogen war, habe der Busfahrer eine Durchsage gemacht, in der er die Kinder aufforderte, ruhig zu bleiben, erinnert sich Janina. „Er hat nicht gefragt, ob uns etwas passiert ist.“ Dann sei er ausgestiegen und habe sich erst einmal um den Schaden gekümmert. Derweil hätten viele Schüler ihre Eltern angerufen, die sie dann abgeholt hätten. Ein Ersatzbus habe die restlichen Kinder nach Hause gebracht. Sie selbst sei von ihrer Mutter ins Krankenhaus gebracht worden.

„Keinerlei Reaktion“

Bei der Firma Weihrauch Uhlendorff in Northeim, die im Auftrag der Regionalbus Braunschweig besagte Tour fuhr, ist man über den Unfall informiert. Der Fahrer habe sofort danach Bericht erstattet, erklärt Geschäftsführer Horst Weihrauch gegenüber dem Tageblatt. Allerdings habe der ihm gegenüber versichert, sich sehr wohl nach dem Gesundheitszustand der Kinder erkundigt zu haben. Auf seine Frage, ob jemand verletzt sei, habe es aber keinerlei Reaktion gegeben. Daraufhin habe er die Polizei gerufen, was Polizeisprecherin Jasmin Kaatz bestätigt.

Warum aber nahm der Fahrer die Abkürzung? „Er stammt aus der Gegend und kennt sich aus“, sagt Weihrauch. „Also ist er eine Abkürzung gefahren. Das ist nur in unserem Sinne, wenn so die Fahrtzeiten eingehalten werden.“ Er mache den Fahrern keinen Vorwurf, wenn es sich bei den Abkürzungen um offizielle Strecken handele.
Dennoch sei der Vorfall natürlich schlimm, so Weihrauch. „Wir bedauern das sehr.“ Man habe die Busfahrer bereits angewiesen, bei zukünftigen Unfällen noch genauer nach Personenschäden zu fragen. Man hoffe aber, dass dergleichen nicht noch einmal passiere.

Von Andreas Fuhrmann