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Göttingen Göttinger SPD will „Elterntaxis“ überflüssig machen
Die Region Göttingen Göttinger SPD will „Elterntaxis“ überflüssig machen
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20:23 12.12.2019
Busse halten direkt vor dem Gebäude der BBS I im Friedländer Weg. Allerdings muss und soll konkret geprüft werden, ob die Buszeiten kompatibel mit den Schulzeiten sind, damit Berufsschüler vom Auto auf den ÖPNV umsteigen können. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Wenn der Rat der Stadt Göttingen am heutigen Freitag zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt, will die SPD-Fraktion mit einem Antrag die Umsetzung eines Mobilitätskonzeptes für die Göttinger Schulen auf den Weg bringen. Stimmt die Mehrheit im Rat zu, wird die Verwaltung mit der Erstellung eines solchen Konzeptes beauftragt. Ziel ist es, die Fahrten der „Elterntaxen“ deutlich zu reduzieren und die Anfahrt mit dem Bus und dem Fahrrad zu erleichtern.

Bestehende Busverbindungen sollen optimiert werden. In der Begründung des Antrages heißt es: Viele Verkehrsstaus in Göttingen entstehen zu Schulzeitbeginn und Schulzeitende durch zahlreiche Elternfahrten, wenn Kinder mit dem privaten Pkw zur Schule gebracht und abgeholt werden. „Hier gibt es häufig gefährliche Nutzungskonflikte, da es zu Kollisionen mit dem Berufsverkehr und der Schülerbeförderung kommt.“ Da Eltern teilweise eine schlechte Erreichbarkeit und mangelnde Buskapazitäten der Schülerbeförderung kritisieren, sei diese zu überprüfen und gegebenenfalls zu optimieren. Die Schülerbeförderung sei so attraktiv zu gestalten, dass sich „Elterntaxen“ quasi erübrigen.

Hoher Sicherheitsstandard für abgestellte Räder

Die Erreichbarkeit der Schulen mit dem Fahrrad soll verbessert werden, indem eine Überprüfung und Optimierung eines sicheren Verkehrs- und Wegekonzepts sowie die Realisierung eines besseren Angebotes von Fahrradabstellanlagen erfolgen. Diese Anlagen sollen aufgrund der Zunahme von Fahrraddiebstählen auf Schulhöfen hohe Sicherheitsstandards aufweisen. In die Planungen sind die einzelnen Schulen einzubeziehen, heißt es.

Auf die Frage, ob es vergleichbare Konzepte andernorts bereits gibt, lässt der SPD-Fraktionsvorsitzende Tom Wedrins wissen: „Auf Länderebene gibt es Handlungsempfehlungen für Mobilitätskonzepte an Schulen. Es gibt im gesamten Bundesgebiet bereits Ansätze dafür. Einige Städte haben ein schulisches Mobilitätsmanagement in ihren Verkehrsentwicklungsplänen verankert.“

Die Brüder-Grimm-Schule in Göttingen habe bereits ein eigenes schulisches Mobilitätskonzept entwickelt, versichert Wedrins. „Die Idee kommt also nicht von uns, wir wollen das Thema Verkehrswende aber weiter voranbringen und die Verringerung von Kohlendioxid in Verbindung mit der Verkehrssicherheit für Kinder stößt an Schulen auf fruchtbaren Boden“, sagt der Sozialdemokrat.

Umweltverträgliche Abwicklung des Verkehrs

Er erläutert weiter, dass ein kommunales schulisches Mobilitätsmanagement für die jeweiligen Standorte der Schulen ein Mobilitätskonzept vorsehe, um eine möglichst sichere, kostengünstige und umweltverträgliche Abwicklung des Verkehrs, der durch diesen Standort hervorgerufen wird, zu erreichen. Schulisches Mobilitätsmanagement umfasse also Ansätze, die die Organisation beziehungsweise Optimierung von Schulwegen, die Bereitstellung von Informationen oder die Vermittlung von Erfahrungen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln ebenso einschließen wie die Partizipation an Verkehrsplanungen im Stadtquartier oder auf dem Schulweg.

Berufsschulen sollen einbezogen werden

„Wir erwarten nach der Bearbeitung unseres Antrages ein Konzept, dass eine moderne Schulwegeplanung für die gesamte Stadt unter Einbeziehung der Schulen enthält“, schickt Wedrins, der selbst Leiter einer Schule ist, voraus. Um ein erfolgreiches Maßnahmenpaket zu entwickeln, sei eine intensive Zusammenarbeit der Schulen und des Schulträgers sowie weiterer Akteure aus dem Themengebiet Schule und Mobilität erforderlich. „Nur gemeinsam können passgenaue und realisierbare Maßnahmen für die jeweiligen Schulstandorte erarbeitet und verankert werden.“ Eine erfolgreiche Vernetzung aller relevanten Akteure sollte deshalb immer im Fokus stehen.

„Gerne können sich die Beruflichen Schulen dem Konzept anschließen, hier gibt es nur einen kleinen Haken, die Berufsschulen in Göttingen sind nicht in Trägerschaft der Stadt“, gibt Wedrins zu bedenken. Dennoch will er den Rat dediziert ansprechen, dass die Berufsschulen selbstverständlich einbezogen werden müssen.

Weiterführende Infos und Links

Bewegung verbessert Konzentrationsfähigkeit

Eines der Hauptanliegen des Mobilitätsmanagements an Schulen ist die Steigerung des Anteils an Schülern, die ihren Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen. Auf der Internetseite des Forschungs-Informations-Systems (FIS) heißt es dazu: Die Füße sind das natürliche Verkehrsmittel und sollten auch bei Schulwegen, sofern es die Entfernung zulässt, hauptsächlich genutzt werden. Das zu Fuß gehen bietet gegenüber dem Bringen mit dem Pkw nicht nur gesundheitliche Vorteile (Bewegung verbessert Gesundheit und Konzentrationsfähigkeit), sondern stärkt auch die Schulung des Orientierungssinns und der Umgebungswahrnehmung.

Bei längeren Wegen oder gefährlichen Abschnitten kann die Einrichtung von Gehgemeinschaften für Schüler der ersten bis fünften Klasse eine Möglichkeit bieten, Begleitwege zu reduzieren ohne die Sicherheit auf dem Schulweg zu verringern. Hierbei wird eine festgelegte Route verwendet und die Kinder an der Haustür oder an einem Treffpunkt abgeholt und wieder abgesetzt. (Quelle: www.forschungsinformationssystem.de)

Von Ulrich Meinhard

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