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Göttingen Schutz für den Göttinger Wald umstritten
Die Region Göttingen Schutz für den Göttinger Wald umstritten
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00:33 29.04.2018
Der Göttinger Wald steht unter Schutz. Quelle: Claus
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Göttingen

Die Europäische Union beschloss 1992, ein Schutzgebietsnetz (Natura 2000) aufzubauen, um wildlebende Pflanzen- und Tierarten und ihre natürlichen Lebensräume zu schützen. Der Göttinger Wald gehört dazu. Und weil sich hier gleich mehrere schützenwerte Arten und Lebensräume finden, sind die zuständigen Kommunen – Stadt und Landkreis – verpflichtet, die Flächen hoheitlich entsprechend der FFH-Richtlinien bis Ende 2018 zu sichern. Um diese Frist zu halten, müssen die Verwaltungen den Prozess möglichst schnell vorantreiben.

Und was ist hier schützenswert? Der Göttinger Wald ist einer der größten sogenannten Waldmeister-Buchenwäldern in Niedersachsen. Hier finden sich außerdem orchideenreicher Kalktrockenrasen, artenreiche Blumenwiesen und vereinzelt auch Eichenbestand. Arten wie der Kamm-Molch, Fledermäuse wie das große Mausohr und immer mehr Wildkatzen haben hier ihr Zuhause.

Drei Schutzgebiete

Der städtische Anteil des FFH-Gebiets 138 umfasst derzeit drei Schutzgebiete: Das Landschaftsschutzgebiet Leinetal, das Naturschutzgebiet Bratental und das Naturschutzgebiet Stadtwald und Kerstlingeröder Feld. Letzteres erfüllt bereits seit mehr als zehn Jahren den Schutz-Anforderungen. Bei den übrigen Flächen besteht bürokratischer Handlungsbedarf.

Nach den Vorstellungen der Göttinger Stadtverwaltung soll das Bratental in seinen vorhandenen Grenzen als Naturschutzgebiet erhalten und an die FFH-Erhaltungsziele angepasst werden. Für die übrigen Teile des FFH-Gebiets 138 sieht die Verwaltungsvorlage einen Landschaftsschutz vor. Umweltdezernent Thomas Dienberg wirbt für einen in seinen Augen gut geeigneten Kompromiss: „Wir wollten den Schutzstatus nicht aufweichen und gleichzeitig im Konsens mit Land- und Forstwirtschaft eine Lösung entwickeln.“

Mitwirkung der Bewirtschafter

Der Verwaltung ist es wichtig, die Mitwirkungsbereitschaft der Flächenbewirtschafter bei den Maßnahmenumsetzungen im Schutzgebiet nicht zu verlieren. Da sich 75 Prozent der Waldlebensräume in Privatbesitz befindet, ergäben sich laut Verwaltung bei Ausweisung als Naturschutzgebiet Kosten von 70 000 Euro. Diese entstehen durch den sogenannten Erschwernisausgleich. Zudem sei man um ein abgestimmtes Verfahren mit dem Landkreis bemüht, um nicht „unterschiedliche Rahmenbedingungen im selben Gebiet zu schaffen“, wie Dienberg erklärte.

Ein Argument, dessen Logik sich nicht allen Fraktionen erschließen will. CDU-Fraktionschef Hans-Georg Scherer verwies während der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses auf die diversen Brüche von Natur- und Landschaftsschutzgebieten innerhalb der städtischen Fläche. Seine Fraktion spreche sich für ein einheitliches Naturschutzgebiet aus. Dem schloss sich Francisco Welter-Schultes (Piraten) an und verwies auf die Öffentlichkeitswirkung einer solchen Entscheidung. „Ein Landschaftsschutzgebiet ist nicht als Naturschutzgebiet vermittelbar.“

Expertenrunde soll helfen

Unabhängig von der ausführlichen und langwierigen Vorarbeit durch die Mitarbeiter der Verwaltung wollen sich die Fraktionen jetzt erst einmal in einer öffentliche Expertenrunde von Vertretern der Naturschutzverbände, der Landesforsten und des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) informieren lassen. Um den engen Zeitplan zu halten, soll das in einer außerplanmäßigen Sitzung des Fachausschusses passieren. Sollte das Verfahren nicht bis zum Jahresende abgeschlossen sein, drohen Strafen.

Von Markus Scharf

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