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Göttingen Schwindler als Verbraucherschützer getarnt
Die Region Göttingen Schwindler als Verbraucherschützer getarnt
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19:25 22.09.2011
Von Matthias Heinzel
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Göttingen

Die nur auf den unbedarften Blick seriös erscheinenden Einladungen werden bundesweit verschickt. „Unser Auftrag“, heißt es da, „ist es, für Ihr Recht zu kämpfen. Das haben wir getan“, brüstet sich ein Hans Peter Richter, angeblich „Unternehmensberater“ und „Finanzberater“. Im Namen einer Firma „Schubert – Klein – Richter Finanzdienstleistungen“ gibt Richter vor, bei der Abwicklung einer Firma mit dem Namen „Gewinn-Service“ für die Empfänger der Schreiben „eine angemessene Summe realisiert“ zu haben. Das zur Auszahlung fällige „Restguthaben“ betrage 980,07 Euro.

Dass es sich nur um eine der üblichen Kaffeefahrten handelt, erschließt sich dem in solchen Dingen geübten Leser weiter hinten. Das „Guthaben“ könne der Empfänger „in unserer Zweigstelle in der Nähe von Göttingen persönlich“ einlösen. Dazu werde „extra ein wunderschönes Rahmenprogramm mit einem kostenlosen Frühstück organisiert“ und eine „Zusatzprämie“ im Wert von 162,90 Euro übergeben. Genauso verdächtig: Für die angebliche „Bürogemeinschaft“ Schubert – Klein – Richter ist keine Adresse sondern nur ein Postfach in einem Ort unweit von Cloppenburg angegeben. In dieser Region residieren die meisten Schwindelfirmen mit ähnlichem Geschäftsfeld, die gerne 50-teilige Haushalts-Sets und Wäschetrockner versprechen, die sich im Gasthof als Schachtel Streichhölzer und Wäscheleine entpuppen..

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Auch die Göttinger Verbraucherzentrale rät: nicht mitfahren, Schreiben in den Papierkorb. Dass die Briefe auch Ergebnis unseriösen Adressenhandels sind, zeigt sich unter anderem daran, dass viele angebliche Gewinner bereits in den Jahren 2000 bis 2006 gestorben sind, wie Verbraucherschützer herausfanden.