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Göttingen Beim Science Camp forschen Jugendliche in hochmodernen Laboren
Die Region Göttingen Beim Science Camp forschen Jugendliche in hochmodernen Laboren
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15:57 25.08.2019
Yannick Stinus aus Deutschland und Eu Jin Jung aus Südkorea bei ihrem Vortrag zur Neurophysiologie. Quelle: R
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Göttingen

Die 16- bis 18-Jährigen kommen unter anderem aus Neuseeland, Australien, Südkorea, China, der Türkei oder aus Deutschland. Im Internationalen Science Camp (ISC) konnten die Schüler seit dem 3. August unter authentischen Bedingungen forschen. „Sie werden in die Forschungsfragen eingebunden“, sagte Prof. Thomas Waitz, Direktor des XLabs. Und lernen die wissenschaftlichen Arbeits- und Denkweisen kennen.

Viele Kooperationspartner haben ihre Türen für das ISC geöffnet, beispielsweise die universitären Institute für Material- und Astrophysik, Anorganische sowie Organische und Biomolekulare Chemie, das Labor für Radioisotope, die Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie in der Universitätsmedizin Göttingen und das Laser-Laboratorium Göttingen.

Teilnehmer des Camps 2019 Quelle: R

Am Sonnabend präsentierten die Jugendlichen in der Kurssprache Englisch die Ergebnisse ihrer Forschungen in kurzen Vorträgen. Etwa über „our journey to craft the perfect Lemonade (without lemons)“, an deren Ende eine Limonade mit industriell hergestellter Zitronensäure steht, die alle überrascht hat, weil sie nicht nach Zitrone riecht. Sie habe gedacht „es gibt Wasser“, sagt eine Schülerin aus einer anderen Klasse, der sie die Limonade ohne Kommentar anboten. In allen Präsentationen blieb neben den Forschungsfragen auch Platz für kleine Videos etwa unter dem Motto „Destroying the lab with sparklers“, ein besonderes Bild zum Dank an die Mitstreiterin, die schon abgereist ist oder eine kleine Musikeinlage.

Tolle Mischung

Und diese Mischung aus guter Forschung und viel Spaß sei das besondere an den Camps, so Waitz. Die Jugendlichen seien hoch motiviert und hätten sich auch in diesem Jahr sehr genau auf die Fragestellungen eingelassen und gut gearbeitet. „Das sieht man auch an der Qualität der Vorträge“, so Waitz.

Daneben hätte sich die Gruppe aber auch besonders gut verstanden. Zum Programm der Camps gehören immer Ausflüge – zum Seeburger See, zum Klettern in den Solling – und andere gemeinsame Aktivitäten wie Grillen am Kiessee. Die gute Atmosphäre, das Umgehen miteinander lobte auch eine Gruppe Jugendlicher aus Australien und Neuseeland. Für sie sei es einerseits wichtig gewesen, in den modern ausgestatteten Laboratorien zu arbeiten, erklären sie. Und ein bisschen Erstaunen klingt da noch mit, wenn sie sagen, das sei eben wirklich alles „state of the art“ gewesen.

Wissen austauschen

In der Laserphysik beispielsweise konnten die Teilnehmenden erstmals eine optische Pinzette nutzen, für deren Anwendung in biologischen Systemen 2018 der Nobelpreis verliehen wurde. Wichtig ist der Gruppe aber andererseits auch gewesen, neue Freunde gefunden und mit ihnen ihr Wissen ausgetauscht zu haben.

Keira Joyce (17), Australien, referiert zu Themen der Astrophysik. Quelle: R

Bei den Präsentationen bedankten sich die Schüler bei ihren Dozenten für eine „amazing week“ (EU Jing aus Südkorea) und dafür, dass sie so viele Techniken kennen lernen konnten. Min Hak Song (Südkorea) hat ihr Ziel erreicht: „Ich konnte richtig wissenschaftlich arbeiten“.

Sinn der Camps, die seit 2003 stattfinden, ist auch, guten Nachwuchs für die Universität Göttingen als Studienort zu begeistern. Aktuell studieren rund 20 ehemalige Absolventen der Camps an der Universität Göttingen, ergänzt XLab-Gründerin Eva-Maria Neher. Und auch unter den erfolgreichen Postdocs seien diese Ehemaligen zu finden.

Das Xlab

Das XLab ist eine Zentrale Einrichtung der Universität Göttingen. Mit rund 12000 Kursteilnehmern pro Jahr ist es eines der größten Schülerlabore Deutschlands. XLab versteht sich als Bildungseinrichtung an der Schnittstelle von Schule und Hochschule. Auswärtige Schüler haben die Möglichkeit, in der Nähe zu übernachten und auf dem Campus und in der Mensa mit dem studentischen Leben in Kontakt zu kommen. Zahlreiche Förderer und Sponsoren engagieren sich für Veranstaltungen des XLab.

Die Schüler, die ins XLab kommen, sollen die Naturwissenschaften völlig anders als in der Schule kennenlernen. Dazu gehöre die wissenschaftsnahe Ausstattung der Labore, die Konzentration auf eine Fragestellung pro Kurstag (in der Regel acht Stunden) und die enge Verzahnung von Praxisphasen und Theorieblöcken. Jeder Kursteilnehmer experimentiere selbst, Ergebnisse würden reproduziert, ausgewertet und diskutiert. Eine enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen garantiere die Aktualität der Kurse, so das XLab. chb

Von Christiane Böhm

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