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Göttingen Sechs Flächen-Feuer am Wochenende
Die Region Göttingen Sechs Flächen-Feuer am Wochenende
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00:22 05.07.2018
Waldbrand am Montag bei Angerstein.
Waldbrand am Montag bei Angerstein. Quelle: Horst Lange
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Göttingen

Noch aber sei die Waldbrandgefahr in der Region „nicht so riesig“, erklärt Thorsten Rath von der Göttinger Berufsfeuerwehr. Von den fünf Waldbrand-Gefahrstufen ist in der Region derzeit die Stufe drei erreicht. Und obwohl auch weiterhin kaum mit Regen zu rechnen sei, werde sich daran vorerst wohl nichts ändern.

Dennoch reichte es am Wochenende für sechs Flächen-Feuer. Neben dem Brand bei Bad Lauterberg fingen am Sonnabend Flächen bei Friedland, Gieboldehausen, Bovenden und Bad Grund Feuer. Am Sonntag mussten die Feuerwehren nur einmal ausrücken – zum Brand einer Hecke in der Steintorstraße in Obernjesa. Am Montag gab es ein Feuer im Wald oberhalb von Angerstein, und bei Mengershausen brannte eine Freifläche.

Und am Montag hat sich die Reihe fortgesetzt: Um 18:22 Uhr mussten die Feuerwehren aus Niedernjesa, Groß Schneen und Klein Schneen in ein Waldstück zwischen Niedernjesa und Reinhausen ausrücken. Dort war es nach Angaben von René Schneemann, Sprecher der Friedländer Feuerwehren, aus noch ungeklärter Ursache zu einem Brand auf einer Fläche von etwa 20 Quadratmetern gekommen. Dabei habe hauptsächlich der Waldboden gebrannt, so Schneemann.

Flächenbrand bei Niedernjesa. Quelle: r

Risiko Rauchen

Obwohl die Waldbrandgefahr in der Region noch nicht die beiden höchsten Stufen erreicht hat, sind die Feuerwehren wachsam. Die Brandbekämpfer warnen, dass schon eine kleine Nachlässigkeit wie das Wegwerfen einer nicht vollständig gelöschten Zigarette ein Feuer verursachen kann, sagt Rath.

Daher sei das Rauchen im Wald derzeit generell ein Risiko. Verboten ist es derzeit ohnehin: Rauchverbote beachten. In deutschen Wäldern besteht vom 1. März bis 31. Oktober ein generelles Rauchverbot. Aber auch Lagerfeuer oder das Grillen in freier Natur könnten Gefahren bergen – Letzteres vor allem, wenn Glutreste unter vermeintlich erkalteter Asche weggeworfen würden. Ohnehin sollten Lagerfeuer nur an gekennzeichneten Feuerstellen entfacht werden.

Brände durch Erntemaschinen

Eine weitere Gefahrenquelle: landwirtschaftliche Maschinen. Immer wieder kommt es durch kleinere Defekte auf den trockenen Feldern zu Bränden. Derzeit sind die Landwirte auch in der Region im Einsatz, um wegen der vorherrschenden Trockenheit die Felder etwas vor der üblichen Zeit abzuernten. Der Flächenbrand am Sonnabend bei Gieboldehausen wurde durch Mäharbeiten ausgelöst.

Auch in Northeim haben zu Beginn der Woche Freiflächen gebrannt - hier in einem Garten. Quelle: r

Dabei sind Waldbrände in der Region eher selten, sagt die Feuerwehr. Häufiger kämen die oft unterschätzten Feld- und Flächenbrände vor – auch hier nicht selten ausgelöst durch eine achtlos aus dem fahrenden Auto geworfene Zigarette. Vielfach unterschätzt würden auch die Gefahren durch heiße Katalysatoren. Gräser unter dem Wagen könnten Feuer fangen und damit der ganze Wagen ebenso. Außerdem dürfen in Feld, Wald und Flur Außerdem dürfen Einsatzwege für Betriebs-, Rettungs- und Löschfahrzeuge nicht verstellt werden.

Wie ein Brennglas

Eine weitere Gefahr: weggeworfene Glasflaschen oder Glasscherben. Das Glas kann wie ein Brennglas wirken und die Sonnenstrahlen so stark bündeln, dass sich trockene Gräser allein dadurch entzünden. Daher sollten Glasreste und Flaschen auch aus Gründen der Brandvermeidung eingesammelt werden.

Deutschland steht auf Platz zwei der mitteleuropäischen Waldbrandskala – nur in Polen brennen die Wälder häufiger. Zwei Millionen Euro Schaden sind so in den vergangenen 20 Jahren entstanden, teilt die Arbeitsgemeinschaft der Waldeigentümer (AGDW) mit.

Von Matthias Heinzel und Ulrich Schubert

05.07.2018
02.07.2018