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Göttingen Parks und Gärten: So grün ist Göttingen
Die Region Göttingen Parks und Gärten: So grün ist Göttingen
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00:22 06.06.2019
Die grüne Stadt Göttingen hat sechs große Parkanlagen. Drei davon sind Friedhöfe, die fließend in einen Park übergegangen sind. In der Innenstadt befindet sich entlang des Walls der Cheltenham-Park. Der südöstliche Teil bietet mit Grabmahlen bedeutender Persönlichkeiten eine Art Zeitreise. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

„Ein Garten kann eine Welt für sich werden, dabei ist es ganz gleich, ob dieser Garten groß oder klein ist.“ Dieser Satz des Dichters Hugo von Hoffmannsthal klingt wie ein Ansporn, die Einladungen, die von Parks und Gärten ausgehen, nicht auszuschlagen. Wer von Dransfeld kommend die Bundesstraße 3 in Richtung Göttingen befährt, sieht die Universitätsstadt im Leinetal liegen und bekommt aus der Ferne den Eindruck, dass sie von Grün durchwirkt ist.

Tatsächlich sind Parks und Gärten ein prägendes Element der Stadt. Genaues weiß Cordula Dankert, die persönliche Referentin des Oberbürgermeisters: „Die Stadt Göttingen verfügt über sechs große Parkanlagen“, erklärt sie. Die da wären: der Kiessee, die Schillerwiesen, der Cheltenhampark, der Klosterpark Weende, der Levinsche Park und der Leinepark. Hinzu kommen der Rosengarten, zwei Parkfriedhöfe (Albani- und Bartholomäusfriedhof), die historische Wallanlage und die Leineaue. „Darüber hinaus gibt es zahlreiche kleinere Parks und Grünanlagen, zum Beispiel der Waageplatz, der Badopark und der Thorner Park sowie Erholungsgebiete wie die Hampewiesen und der Grünzug Grone Süd“, listet Dankert weiter auf.

Stadtwall ist die älteste Grünanlage Göttingens

Der Stadtfriedhof an der Kasseler Landstraße gehört ebenfalls zu den Parkanlagen der Stadt Göttingen. Hier sind nur noch Urnenbestattungen möglich. Quelle: Christina Hinzmann

Der Wall, erläutert sie, ist die erste und älteste Grünanlage Göttingens. Das 250-jährige Jubiläum ist im Jahr 2015 gefeiert worden. Der Stadtwall mit seiner 16,5 Hektar großen Fläche fungiert als innerstädtischer Grünflächenring, in den der Alte Botanische Garten, der Cheltenham-Park sowie der Albanifriedhof eingebunden sind. Der Kiessee ist mit 24 Hektar die größte Göttinger Grünanlage, 15 Hektar davon sind Wasserfläche. In der Gesamtbetrachtung sind 270 Hektar der Stadt Grünfläche, auf der mehr als 31 000 Bäume stehen. Einige Göttinger Parks seien hier kurz vorgestellt.

Die Schillerwiesen zeichnen sich aus durch ihren seltenen Baumbestand. Hier wächst unter anderem die Blauesche. Angelegt wurde der über 81 000 Quadratmeter große Park in den Jahren 1880 bis 1905. Besucher finden hier Liegewiesen, einen Kletterspielplatz für Kinder, Minigolf und Tennisplätze. Der Park ist ein Landschaftsschutzgebiet.

Der Kiessee entstand 1925 infolge von Kiesabbau. Ursprünglich gab es zwei Seen, die zum Fischfang genutzt wurden. 1963 erfolgte die Gestaltung der Uferzone. Auch der Kiessee ist ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet, hier wachsen vor allem heimische Baumarten. Ein Bootsverleih kann genutzt werden, Wassersport ist möglich.

Albanifriedhof und Cheltenham-Park gehen ineinander über. Hier befindet sich die Ruhestätte des Mathematikers Carl Friedrich Gauß. Der angrenzende Schwanenteich ist ein Überbleibsel der einst wassergefüllten Grabenanlage der Stadtbefestigung.

Arbeiter durften im Park ihre Pausen verbringen

Der Levinsche Park liegt in der Weststadt und hat einen hohen Freizeitwert. Das Areal gehörte einst einer Tuchmacher-Familie. Quelle: Christina Hinzmann

Der 1747 angelegte Bartholomäusfriedhof hieß ursprünglich Neuer Friedhof. Im Jahr 1881 ist er als Friedhof ausgemustert worden. Er war die erste Begräbnisfläche außerhalb der Wallanlage und galt als Friedhof der Armen, bis hier auch bedeutende Professoren der Universität beigesetzt wurden. Auf der Fläche liegen zum Beispiel die Ruhestätten von Georg Christoph Lichtenberg und Gottfried August Bürger. Schautafeln geben einen Überblick zur Anlage, auf der seit 2003 Sanierungsarbeiten ausgeführt werden.

Die Wallanlage ist ein ganz besonderes Markenzeichen Göttingens. Sie ist fast drei Kilometer lang und gilt als das bedeutendste Gartendenkmal der Stadt. Im 15. Jahrhundert errichtet, begann 1765 die Bepflanzung mit Linden. Einer dieser Bäume soll heute noch stehen.

Der Levinsche Park ist 1880 entstanden. Die Tuchmacher-Familie Levin ließ ihn anlegen und zwar rund um ihre Fabrikanten-Villa. Die Arbeiter der Fabrik durften hier ihre Pausen verbringen. Die Umgestaltung zur kommunalen Grünanlage erfolgte 1959. In dem aus zwei Teilen bestehenden Park ist ein Spielplatz angelegt.

Klosterpark inmitten eines Industriegebietes

Der Klosterpark im Stadtteil Weende ist aus einer alten, um das Jahr 1180 gegründeten Anlage eines Augustinerinnen-Klosters entstanden. Weltweit bekannt geworden ist das Klostergut, als Prof. Wilhelm Henneberg hier 1857 bis 1874 eine landwirtschaftliche Versuchsstation leitete. Die Stadtverwaltung Göttingen ließ das Areal 1976 als öffentliche Parkanlage mit Spiel-, Sport- und Freizeitmöglichkeiten herrichten. Auf dem Gelände befinden sich historische Gebäude, in denen ein Kindergarten untergebracht ist. Die Kernfläche des Parks mit dem Herrenhaus ist 2005 an einen Göttinger Investor verkauft worden. Dennoch bleibt der Park inmitten des Industriegebietes Lutteranger für die Öffentlichkeit zugänglich. Besonderheiten sind ein historisches Baudenkmal, das Naturdenkmal „Kastanienring“ sowie ein Kinderspielplatz.

Nicht viel ist übrig geblieben von der Pfalz Grona“, in der im 9. und 10. Jahrhundert deutsche Kaiser Station machten. Kaiser Heinrich II. soll sich hier gerne mit seiner Ehefrau Kunigunde aufgehalten haben. Der letzte Herrscher aus dem Geschlecht der Ottonen starb in der Pfalz im Jahre 1024. Die Göttinger Bürger rissen die Gebäude bereits Ende des 14. Jahrhunderts ab. Wo einst die Pfalz stand, steht heute eine Kirche. Das Gelände oberhalb des Flüsschens Grone ist teilweise bewaldet. Ein Gedenkstein erinnert an die glorreichen Zeiten.

Das grüne Erbe eines großen Wissenschaftlers

Der Alte Botanische Garten ist in der warmen Jahreszeit eine Augenweide. Ihn ließ einst der in Göttingen lehrende Professor Albrecht von Haller anlegen. Quelle: Meinhard

Das ist das Stichwort für den Alten Botanischen Garten. Den hat der Naturforscher und Arzt Albrecht von Haller im 18. Jahrhundert anlegen lassen. Vom Universalwissen dieses Professors war kein Geringerer als Giacomo Casanova so begeistert, dass er vermutete, von Haller müsse zufällig bei allen großen Weltereignissen persönlich dabei gewesen sein. Der Botanische Garten sei „die schönste Grünanlage der Innenstadt“ und ein „Fenster zur Natur“, heißt es auf der Internetseite der Georg-August-Universität. Uni-Sprecher Romas Bielke weist auf die Inhalte dieser Website ausdrücklich hin. Er macht auch darauf aufmerksam, dass die Uni parallel einen Forstbotanischen Garten und einen Experimentellen Botanischen Garten unterhält. Der Alte Botanische Garten am Heinz-Erhardt-Platz lädt mit seinen historischen Gewächshäusern auch dazu ein, die Üppigkeit tropischer Vegetation zu bestaunen.

Von Ulrich Meinhard

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