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Göttingen Seltene Wildbiene auf Göttinger Friedhof
Die Region Göttingen Seltene Wildbiene auf Göttinger Friedhof
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18:30 06.07.2018
Seltene Wildbienenart: Natternkopf-Mauerbiene auf dem Friedhof in Weende. Quelle: Foto: r
Göttingen

Der BUND-Projektleiter Jakob Grabow-Klucken erläutert: „Die Natternkopf-Mauerbiene sammelt den Pollen für ihre Nachkommen ausschließlich an Pflanzen der Gattung der Natternköpfe, die wir im April hier angepflanzt haben.“

Bei dem Projekt, das von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert wird, wurden Mustergräber mit einheimischen Wildstauden angelegt, mit dem Ziel, das Nahrungsangebot für Wildbienen und andere Insekten zu vergrößern. Neben den Natternköpfen wurden auch Rainfarn und verschiedene Glockenblumenarten auf den Gräbern eingesetzt. „Mit dem Fund können wir zeigen, dass schon mit wenigen Maßnahmen bei der Gestaltung von Friedhöfen die Artenvielfalt gesteigert werden kann“, so der BUND-Experte weiter.

Trockene und warme Lebensräume

Wie ein Großteil aller Wildbienenarten liebt die Natternkopf-Mauerbiene trockene und warme Lebensräume. Ihre Nistplätze baut sie in Löchern von Felswänden, Steinmauern oder auch in Schilfhalmen. Bei der Wahl der Niststätte ist die Art sehr wählerisch, wie auch bei der Wahl der Pollenquelle. Die Hohlräume müssen vier bis sieben Millimeter groß und gerade sein, denn die Natternkopf-Mauerbiene legt ihre Brutzellen linienförmig hintereinander ab. Beim Nestbau ist sie ein geschickter Baumeister: Sie formt kleine Steinchen mit Erde zu einem Mörtel und verteilt ihn über die Zellwände. Und: Die Natternkopf-Mauerbiene nimmt künstliche Nisthilfen in Form von Holzblöcken mit Bohrlöchern oder Bambusrohre gut an. Dadurch kann man der Art gut mit Nisthilfen unterstützen.

Friedhöfe erfüllen eine wichtige Erholungsfunktion für viele Menschen. Gerade in Stadtgebieten kommt den Friedhöfen als Grünflächen auch eine wichtige Funktion für die Erholung der Bevölkerung zu, teilt der BUND mit. Sie seien aber auch ein wichtiger Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere und bildeten oft ökologisch wertvolle Inseln im urbanen Raum.

Artenreichsten städtischen Bebauungstypen

Alte Friedhöfe mit alten Baumbeständen gehören laut BUND zu den artenreichsten städtischen Bebauungstypen. Gerade in den Bereichen außerhalb der gepflegten Grabflächen komme eine Vielzahl an wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen vor, von denen sogar etwa zehn Prozent als seltene oder gefährdete Arten auf der „Roten Liste“ stehen. Für Insekten und insbesondere für Wildbienen böten sie einen wichtigen Lebensraum.

Mitunter kommen in der Stadt bis zu 90 Prozent der Wildbienenarten einer Region vor, so der BUND. Aufgrund gesteigerter Bautätigkeiten werde die Bedeutung von Friedhöfen als Rückzugsgebiet für die Natur wohl in Zukunft noch zunehmen, prognostiziert die Umweltschutzorganisation.

Von Peter Krüger-Lenz

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