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Göttingen Semesterauftakt an der Göttinger Kinderuni: Alles über Burgenkunde
Die Region Göttingen Semesterauftakt an der Göttinger Kinderuni: Alles über Burgenkunde
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00:18 15.04.2013
Erinnerungsfoto: Dieser Teilnehmer der Göttinger Kinderuni-Vorlesung ist fasziniert vom Modell der Burg Plesse.
Erinnerungsfoto: Dieser Teilnehmer der Göttinger Kinderuni-Vorlesung ist fasziniert vom Modell der Burg Plesse. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Die Dozenten Thomas Moritz und Phillip Matschoß arbeiten auf der Burg Plesse, aber nicht sie, sondern Ritter Helmold begrüßt in einem Video die Kinder und führt in das Thema Castellologie (Burgenkunde) ein.

Videos werden häufig gezeigt, vielleicht für all die, die mit den mittelalterlichen Bildern aus der Mannessischen Liederhandschrift oder dem Teppich von Bayeux nicht so viel anfangen können. Da geht es um Wappen, Tjosten, Turniere und um das populäre Motiv des gegen Drachen kämpfenden Ritters.

„Das ist natürlich eine Legende“, erklärt Dozent Moritz und verweist auf die Geschichte des heiligen Georg, der zur Befreiung einer Jungfrau einen Drachen bekämpfte.

Weiter erzählt er von der Arbeit auf der Burg Plesse. Luftaufnahmen werden gezeigt und Bilder von archäologischen Funden. „Wir arbeiten viel mit Schnecken“, sagt er und erläutert, wie man von alten Schneckenhäusern und anderen archäologischen Funden auf Lebensverhältnisse oder Essverhalten der Burgbewohner schließen kann.

Die ursprüngliche Burg am Computer

Unter Staunen wird zwischen den Ansichten von 3D-Animationen der Burg gewechselt. Es wird erkenntlich, dass die Animation aus einem Gitternetz von Dreiecken besteht. „Das ist alles Mathematik“, wird vom Burgenforscher erklärt.

Die Feinarbeit am Computer ist sehr wichtig und mit entsprechenden Programmen kann man versuchen, die ursprüngliche Burg am Computer „zusammen zu bauen.“ Mit anschaulichen Videos schafft es Thomas Moritz immer wieder, die Aufmerksamkeit der Kinder zu gewinnen.

Es wird getuschelt, als die Einzelheiten des Halbschwertkampfes, bei dem es üblich ist, dass die Hand vom Griff auch in die Klingenmitte, also ins halbe Schwert, greift, offenbart werden und gestaunt, als die Jungstudenten erfahren, dass die Hochzeit von Adligen oft schon kurz nach der Geburt festgelegt wurde.

Zum Abschluss wird eine Filmsequenz einer Burgbelagerung gezeigt. „Cool“, tönt es von den Rängen, als brennende Pfeile abgefeuert werden.

Von Antonie Habermas

„Die Videos waren das Beste“

Göttingen. „Sehr schön“ urteilt Luise (9). Auch Amy (8) ist von der Vorlesung begeistert. Die aus Göttingen und Osterode kommenden Mädchen sind sich einig. „Die Videos waren das Beste. Man konnte gut sehen, wie die Leute damals gelebt haben“, findet Amy, und Luise stimmt ihr zu.

Auch Robin und Lennart aus Rosdorf loben: „Die 3D-Animationen fand ich sehr toll“, meint der achtjährige Robin. Lennart, ebenfalls acht Jahre, ergänzt: „Das war cool, als die das mit der Geometrie so zusammengestellt haben.“

Die Videos und Computeranimationen lösten am meisten Begeisterung aus, aber auch das Modell der Burg Plesse, das es auf einem Tisch vor den Vortragenden zu bewundern gab, erntete Beifall. Beide fanden es „schön“.

Ob sie sich aber selbst vorstellen können, später auch mal an einer Burg zu forschen? „Nee, eher nicht.“ Spannend fanden die Vorlesung trotzdem alle vier jungen Teilnehmer der Göttinger Kinderuni.

Robin
Lennart
Amy
Luise