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Göttingen Sexuelle Übergriffe auf Tochter der Lebensgefährtin
Die Region Göttingen Sexuelle Übergriffe auf Tochter der Lebensgefährtin
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17:00 16.01.2018
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Symbolbild Quelle: dpa
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Göttingen / Hann. Münden

Wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen muss sich seit Dienstag ein 56-jähriger Mann vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin in deren Wohnung in Hann.Münden mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Angeklagt sind fünf Taten, die der Angeklagte zwischen März 2005 und Mai 2007 begangen haben soll. Vermutlich hat es aber viel mehr Übergriffe gegeben. Wie der 56-Jährige zu Prozessbeginn auf eine entsprechende Frage des Vorsitzenden Richters Michael Kalde einräumte, sind die angeklagten Fälle wohl nur die „Spitze des Eisbergs“.

Mädchen zunächst auf, dann unter der Kleidung berührt

Zu Beginn der Übergriffe war die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin elf Jahre alt. Beim ersten Mal soll er das Mädchen oberhalb der Kleidung an Brust und Gesäß berührt haben. Einen Monat später soll sich der Angeklagte dann auch unterhalb der Kleidung an ihr zu schaffen gemacht haben und in der Folgezeit dann immer übergriffiger geworden sein. Laut Anklage soll er sie bei zwei weiteren Taten zunächst entkleidet und dann sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen haben. Beim fünften angeklagten Vorfall kam überraschend seine Lebensgefährtin ins Zimmer, als er gerade seine Hand in der Hose des Mädchens hatte. Zuvor soll er die 14-Jährige zum Oralverkehr aufgefordert haben, was diese abgelehnt hatte.

Als seine Partnerin ihn wegen seines Verhaltens zur Rede stellte, habe er ihr gesagt, dass er der Tochter „nur weh tun wollte“, berichtete der Angeklagte. Er sei dann nicht mehr in die Wohnung seiner Lebensgefährtin gekommen. Sie hätten jedoch ihre Beziehung noch mehr als sieben Jahre lang aufrechterhalten. Anfang 2015 habe er sich von ihr getrennt, weil er eine neue Frau kennengelernt habe.

Der 56-Jährige räumte zu Prozessbeginn alle Anklagevorwürfe ein, versuchte aber gleichzeitig, die Verantwortung für seine Taten von sich zu schieben. Auf die Frage des Richters, wie es zu den Übergriffen gekommen sei, sagte er beispielsweise: „Das hat sich so ergeben.“ Teilweise stellte er die Missbrauchshandlungen als eine Art harmloses Spiel dar: „Wir haben uns nie was dabei gedacht, wenn wir uns gebalgt haben“, erklärte der 56-Jährige. „Von wem alles ausging, kann ich nicht sagen.“ Als der Richter nachfragte, gestand er nur zögerlich seine aktive Rolle ein: „Meistens war es ich – na, eigentlich immer.“

Arbeitslosigkeit und Alkohol

Nach Angaben des Angeklagten war er zur damaligen Zeit arbeitslos gewesen. Während seine Partnerin in einem Altenheim arbeitete, habe er „rumgelegen und ohne Ende Bier getrunken“, durchschnittlich sieben Liter am Tag. Bei den jeweiligen Taten sei er immer mit dem Mädchen allein in der Wohnung gewesen.

Die betroffene Tochter seiner Ex-Partnerin sagte am Dienstag ebenfalls vor Gericht aus. Die heute 24 Jahre alte Frau tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf. Während ihrer Zeugenvernehmung war die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Das Gericht hat insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt.

Von Heidi Niemann

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