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Göttingen Sicher auf dem Weg zur Grundschule
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00:20 27.07.2018
Polizist Dierk Falkenhagen unterwegs im Duderstädter Straßenverkehr mit Kindern aus der Kita Westerode. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen/Duderstadt

„Verkehrsunfälle passieren nicht, sondern werden verursacht“, sagt der Göttinger Polizeihauptkommissar und Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke. Gerade Erstklässler, die bald zum ersten Mal allein zur Schule gehen, müssen darauf vorbereitet werden, sicher durch den Straßenverkehr zu kommen. Dafür setzt sich die Polizei in Göttingen und Duderstadt ein.

Dafür geben sie nicht nur Tipps für Eltern, Autofahrer und Schulkinder, sondern gehen mit Kontaktbereichsbeamten oder Kooperationspartnern wie der Verkehrswacht Göttingen bereits in Kindergärten und Vorschulen, wie Arnecke erklärt. „Da wird dann das richtige Verhalten im Straßenverkehr thematisiert“, sagt der Verkehrssicherheitsberater. Verkehrszeichen würden erklärt, der Links-Rechts-Links Blick vorm Überqueren von Straßen werde geübt.

Gelbe Fuesse markieren in Göttingen und Duderstadt einen sicheren Schulweg. Quelle: Swen Pfoertner

Außerdem würden den ABC-Schützen – also den baldigen Schulanfängern – die sogenannten gelben Füße gezeigt. „Die sind dort auf Bordsteine oder Straßenränder gesprüht, wo ein sicheres Queren der Straße möglich ist“, erklärt Arnecke. Das sei sowohl in Göttingen als auch in Duderstadt an fast allen Grundschulen der Fall.

Schülerlotsen am Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen

Arnecke erzählt außerdem von zwei weiteren Projekten zur Sicherheit auf dem Schulweg in Göttingen: „Am Theodor-Heuss-Gymnasium wurde jetzt eine siebte Klasse zu Schülerlotsen ausgebildet.“ Die 23 Schüler würden nun ab Schulbeginn am 9. August im Wechsel an dem Zebrastreifen zur Hölty-Schule stehen und den Grundschülern, besonders den Erstklässlern, morgens und nach Schulschluss beim Überqueren der Straße helfen.

Tipps für den sicheren Schulweg

Die zehn wichtigsten Tipps für den sicheren Schulweg vom ADAC

1. Eltern sollten den Weg zur Schule mit ihren Kindern immer wieder praktisch üben und gelegentlich nachkontrollieren. Gefahrenstellen auf dem Weg sollten ausführlich besprochen werden.

2. Auch längere Zeit nach dem Schulanfang sollten die Eltern ihre Kinder noch begleiten. Um Gefahren auf dem Weg frühzeitig zu erkennen, hilft außerdem ein Rollentausch: Kinder bringen die Eltern zur Schule und erklären selbst die gefährlichen Stellen.

3. Nicht immer ist der kürzeste Schulweg auch der sicherste. Umwege sollten in Kauf genommen werden, wenn es der Sicherheit dient.

4. Eltern sollten ihren Kindern beibringen, auch an gesicherten und vermeintlich sicheren Übergängen wie Zebrastreifen und Ampeln vorsichtig zu sein.

5. Kinder sollten immer rechtzeitig losgehen, um Fehler unter Zeitdruck zu vermeiden.

6. Eltern sollten ihren Kindern dabei helfen, Weggemeinschaften zu finden.

7. Bei schlechter Sicht sollten Eltern sich und ihre Kinder immer hell kleiden, um einen Kontrast zur dunklen Umgebung zu erzeugen. Am besten sichtbar sind die Kinder mit Reflektormaterialien an Kleidung und Ranzen, sowie den Sicherheitswesten des ADAC.

8. Eltern sollten ihrer Vorbildrolle gerecht werden und sich an die Verkehrsregeln halten, ganz egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Auto unterwegs sind.

9. Eltern sollen den Schulweg auch trainieren, wenn Kinder mit dem Bus und oder der Straßenbahn fahren müssen, und gemeinsame Probefahrten machen.

10. Um ihre Selbstständigkeit zu fördern, sollten die Kinder nur in Ausnahmefällen zur Schule gefahren werden. Während der Fahrt müssen die Kinder grundsätzlich mit dem vorgeschriebenen Rückhaltesystem gesichert sein – auch bei kurzen Fahrten.

Ein ähnliches Projekt, nur mit Elternhelfern statt mit Schülerlotsen, gebe es schon seit Jahren an der Göttinger Wilhelm-Henneberg-Schule, wie Arnecke erzählt. „Das ist einmalig in Göttingen“, so der Verkehrssicherheitsberater. Die Eltern organisierten sich hier so, dass auch sie im Wechsel am Fußgängerüberweg ständen und den Schülern helfen. Natürlich – wie auch die Schülerlotsen – in signalfarbener Kleidung, die auch im Dunkeln auffällt.

Generell weist Arnecke darauf hin, dass die Eltern weder übervorsichtig mit den Kindern sein sollten – sie also beispielsweise nicht ständig mit dem Auto fahren sollten, das verhindere die Selbstständigkeit – noch unvorsichtig sein sollten, indem sie die Kinder am ersten Schultag einfach ohne vorheriges Üben des Schulweges losschickten.

Kinder nehmen Entfernungen anders wahr

„Kinder nehmen Verkehrsabläufe wie Entfernungen oder Geschwindigkeiten anders wahr“, so Arnecke. Außerdem müsste man bei ihnen immer damit rechnen, dass sie beispielsweise mal zwischen zwei geparkten Autos heraus auf die Straße treten oder beim Spielen nicht aufpassen. „Deshalb haben wir den Schulen zahlreiche Banner zum Aufhängen zur Verfügung gestellt“, sagt der Polizist. Die würden dann an den Schulwegen darauf hinweisen, dass hier Schulkinder unterwegs seien und vorsichtig gefahren werden müsse.

Auch seien regelmäßig Polizisten an Grundschulen unterwegs und sprächen beispielsweise auch Autofahrer an, die nicht rücksichtsvoll genug fahren. „Wir wollen auch die Autofahrer sensibilisieren“, sagt Arnecke.

Von Hannah Scheiwe

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