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Göttingen Minister Lies sichert Millionen-Förderung für Ebertal in Göttingen zu
Die Region Göttingen Minister Lies sichert Millionen-Förderung für Ebertal in Göttingen zu
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19:00 30.04.2019
Spatenstich „Grüne Mitte Ebertal“: Rolf-Georg Köhler, Gabriele Andretta, Thomas Oppermann, Claudia Leuner-Haverich und Olaf Lies. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Sanieren, abreißen und neu bauen – in der „Grünen Mitte Ebertal” können die Bauarbeiter loslegen. Mit dem symbolischen Spatenstich für den Neubau eines Wohnhauses mit 25 Wohnungen direkt an der Wörthstraße hat am Dienstag der umfassende Umbau des Viertels zwischen Steinsgraben, Wörthstraße und Görlitzer Straße offiziell begonnen.

Das Bau- und Städtebauprojekt zählt zu den größten Wohnungsbauvorhaben in Göttingen. In den kommenden zehn Jahren will die Städtische Wohnungsbau (SWB) das Viertel komplett umgestalten. Statt der bislang 454 sollen dort später einmal rund 600 Wohnungen zur Verfügung stehen. Von den derzeit bestehenden Wohnungen sollen 290 durch Neubau saniert werden. Mit Investitionen in Höhe von 120 Millionen Euro rechnet SWB-Geschäftsführerin Claudia Leuner-Haverich.

Claudia Leuner-Haverich Quelle: Niklas Richter

Städtebauförderung vom Land

„Wohnen und Leben müssen gemeinsam gedacht werden“, sagte Niedersachsens Minister für Umwelt, Bauen und Verkehr, Olaf Lies (SPD) am Dienstag beim Spatenstich. Um dieser Forderung nachzukommen überbrachte Lies zur Überraschung für die anwesenden Mitglieder aus Rat und Verwaltung die Botschaft, dass der Quartiersumbau in die Städtebauförderung des Landes aufgenommen worden ist. Sieben Millionen Euro fließen dafür an die Stadt Göttingen, die einen entsprechenden Antrag gestellt hatte.

So soll das Ebertal künftig aussehen. Quelle: R

Erst Mitte des Monats hatte Lies angekündigt, dass das Land Niedersachsen bis 2030 mindestens 40.000 neue Sozialwohnungen errichten will. Dafür sollen 400 Millionen Euro aus dem Überschuss des Landeshaushaltes 2018 in die soziale Wohnraumförderung fließen. Für 2020 plant Lies zudem mit weiteren 136 Millionen Euro Fördergeld von Bund und Land. Nach Schätzungen des Ministers könnte bis 2023 eine Gesamtsumme von bis zu 1,7 Milliarden Euro in den Wohnungsbau investiert werden. Mieterbund und Wohnungswirtschaft unterstützen die Pläne, die Lies am Dienstag in Göttingen noch einmal vorstellte. „Davon profitieren wir, denn es greift bereits rückwirkend ab 1.1 2019”, hatte Leuner-Haverich vorab gesagt. Wie hoch die Fördersumme und wie die genaue Ausgestaltung des Programms ist, sei aber noch offen.

Der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz Olaf Lies (SPD). Quelle: Niklas Richter

Mietzuschüsse von der Stadt Göttingen

In der „Grünen Mitte Ebertal“ sollen laut Leuner-Haverich 260 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen. Um das zu ermöglichen, seinen Bundes- und Landesmittel ebenso notwendig wie der von der Stadt Göttingen zugesicherte Mietzuschuss von einem Euro pro Quadratmeter.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Quelle: Niklas Richter

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) sagte angesichts der in Aussicht gestellten Mittel von Bund und Land für das Projekt Ebertal in Richtung Minister, SPD-Landtagsabgeordneten Gabriele Andretta und Gerd Hujahn sowie SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann: „Wenn ihr glaubt, das Geld reicht, dann täuscht ihr euch.“ Menschen drängten auch in den kommenden Jahren in die Städte, Wohnungen würden gebraucht und das Bedürfnis nach bezahlbarem Wohnraum steige, so Köhler.

Sozialwohnungen in Göttingen

In Göttingen sind seit 2009 rund 600 Sozialwohnung weggefallen. Dem stehen nur knapp 500 neue geförderte Sozialwohnungen, die jetzt oder bald gebaut werden, gegenüber. „Trotz ,Bemühungen’ der Stadt Göttingen ein Minus von 113 Sozialwohnungen. Die 30-Prozent-Quote reicht nicht einmal um die Schmelze der Sozialwohnungen auszugleichen“, hatte der Göttinger Geograf Michael Mießner getwittert.

Fünf Millionen Euro für ersten Neubau

Fünf Millionen Euro kostet der erste Neubau, der nun als erstes an der Wörthstraße entstehen soll. 25 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, „hell und modern“, so Leuner-Haverich, hat das Gebäude. Es entsteht auf einer jetzigen Freifläche gebaut. 2020 sollen die ersten Mieter einziehen. Sie kommen aus den beiden angrenzenden alten Häusern. Leuner-Haverich sicherte zu, dass jetztige Mieter im Quartier auch wieder eine Wohnungen dort bekommen werden. Für Köhler ist so ein Versprechen bei aktuellen Bauvorhaben keine Selbstverständlichkeit.

Ansicht Ebertal Quelle: Swen Pförtner

Die alten Häuser sollen abgerissen und durch einen weiteren Neubau ersetzt werden. Abschnitt für Abschnitt erfolgt die Erneuerung des 1963 von der SWB aufgebauten Quartiers Ebertal. Dabei geht nicht nur um neue Häuser und Wohnungen, auch die Wege, Grünflächen und Parkplätze sollen neu sortiert werden, ein Quartiersplatz neben dem Rewe-Markt entstehen.

Von Michael Brakemeier

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