Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Skepsis und Ablehnung gegen große Windkraftanlagen
Die Region Göttingen Skepsis und Ablehnung gegen große Windkraftanlagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:33 04.11.2010
Quelle: Grafik mr/ Quelle Samtgemeinde Dransfeld
Anzeige

Eine Untersuchung über potentielle neue Standorte lehnt der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss aber nicht grundsätzlich ab. Gegen die Stimme von Erich Brickmann (CDU) empfahl das Gremium, das Samtgemeindegebiet auf geeignete Standorte untersuchen zu lassen. Ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes ist damit noch nicht verbunden.

Im Landkreis Göttingen und in Niedersachsen sind Investoren auf der Suche nach neuen Standorten für Windkraftanlagen. Der Stromkonzern Vattenfall ließ bereits eine Studie erstellen und ist unter anderem an Flächen bei Gieboldehausen und südlich von Volkerode interessiert. In der Samtgemeinde Dransfeld hält Vattenfall nach einer Vorstudie des Büros Oecos fünf Flächen für geeignet. Zur Debatte stehen somit Flächen nördlich von Ossenfeld, zwischen Bühren und Ellershausen, südöstlich von Bördel und nordöstlich von Meensen an der Kreisstraße nach Jühnde sowie die Klosterbreite westlich von Jühnde. Die bestehenden Anlagen, jeweils vier Windräder bei Imbsen und etwas nördlicher bei Güntersen, sind nur rund 60 Meter hoch.

Der geltende Flächennutzungsplan der Samtgemeinde weist seit 1999 nur ein Vorranggebiet bei Imbsen aus, das mit vier Anlagen ausgefüllt ist. Investorenwünsche wie bei Jühnde wurden in den vergangenen Jahren abgelehnt.

Angesichts nationaler Klimaziele und neuer Technik könne man sich einer erneuten Abwägung nicht entziehen, sagte Samtgemeindebürgermeister Thomas Galla (parteilos). Eine Bürgerbeteiligung an Windparks sei auch denkbar. Einfach nein zu sagen, sei möglicherweise nicht rechtskonform. Brickmann verwies auf EU-Abstandsvorgaben von 2,5 Kilometern zu Siedlungen, die berücksichtigt werden sollten. Er sei zwar für Windenergie, sagte Ernst Achilles-Wengel (Grüne), aber nicht dafür, an jeder Ecke, an jedem profitablem Standort Windräder zu bauen. „Die Investoren wohnen nachher nicht hier.“ Ausschussbesucher plädierten für eine eigene Voruntersuchung und eine Bürgerbefragung. Vorgeschlagene Flächen lägen im Landschaftsschutzgebiet und der Bereich bei Ossenfeld nahe des Naturschutzgebietes. Ein Mitglied der Windpark-Genossenschaft Solling-Vorland beklagte, dass Windradbetreiber von Stromriesen gezwungen würden, Abschaltvorrichtungen einzubauen. Die vernachlässigten Netze würden schon zeitweise nicht genügend Strom aufnehmen können.

Von Gerald Kräft