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Göttingen Solidaritätsbekundung im Nachbarschaftskrieg auf dem Egelsberg
Die Region Göttingen Solidaritätsbekundung im Nachbarschaftskrieg auf dem Egelsberg
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19:39 18.07.2014
Von Matthias Heinzel
Netter Solidaritätsbesuch aus der Nachbarschaft: Michael Meinholz (3. v. l.) freuts. Quelle: Vetter
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Göttingen

Der Streit zwischen den Eheleuten Meinholz und dem Ehepaar in der anderen Doppelhaushälfte beschäftigt seit einem halben Jahrzehnt neben den direkt Beteiligten auch Schiedsstellen, Rechtsanwälte und andere Juristen, städtische Beamte und die Polizei.

Auslöser war eine Terrasse, die die Meinholz’ bauten, die aber den Nachbarn nicht gefiel. In der Folge beschwerten sich die Meinholz’ über gezielte abendliche Radiobeschallung, Herüberleiten giftiger oder stinkender Chemikalien oder gezielte Beleuchtung ihrer Terrasse von nebenan.

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Irgendwann baumelte auch eine Puppe mit einer Schlinge um den Hals in einem Baum der Nachbarn. Auch drei Schiedsverhandlungen konnten die Nachbarn nicht friedlicher stimmen.

„Wenn nötig stehen wir jetzt jeden Mittwoch hier“

Das nun wollen mehrere Egelsberg-Bewohner aus der Nachbarschaft nicht widerspruchslos hinnehmen. Spontan trafen sich am Mittwochabend ein Dutzend Leute aus der Nachbarschaft vor der Meinholz’schen Doppelhaushälfte. „Das darf doch wohl nicht wahr sein, dass sich hier in unserem Wohngebiet ein solcher Unfrieden ausbreitet“, sagt Heidrun Oehler. „Wenn nötig“, ergänzt Nachbarin Marianne Dietrich, „stehen wir jetzt jeden Mittwoch hier.“

Empörte Äußerungen über den Widersinn der Auseinandersetzungen im Doppelhaus wichen bald einem gemütlichen Klönschnack auf der streitauslösenden Terrasse. Ein kühles Bier und eine ebensolche Weinschorle aus dem Meinholz’schen Kühlschrank kühlte die Gemüter schnell ab.