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Göttingen Sommer auf Balkonien in Göttingen
Die Region Göttingen Sommer auf Balkonien in Göttingen
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19:34 28.07.2013
Von Britta Eichner-Ramm
Genießt die Aussicht: Rolf Heinrich Meyer hat die Halterungen für die Balkonkästen selbst geschmiedet.
Genießt die Aussicht: Rolf Heinrich Meyer hat die Halterungen für die Balkonkästen selbst geschmiedet. Quelle: Heller
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Göttingen

Eher spartanisch mangels Platzmangel, oder inmitten einer grünen Oase im Stadtdschungel? Vier Impressionen von Balkonien.

Sage und schreibe 140 Quadratmeter groß ist die Dachterrasse von Dirk Molthan und Beate Müller. Das Paar ist erst im Januar im Penthaus des Neubaus eingezogen und verbringt nun jede freie Minute auf der nach eigenen Vorstellungen gestalteten Dachterrasse.

Hier steht ein großer Tisch, ein Stückchen entfernt lädt ein Strandkorb zum Faulenzen ein, die Sonnenliegen stehen nahe der Brüstung. Im groben Kies wachsen Büsche und Blumen, am kleinen Apfelbaum hängt das erste eigene Obst.

„Unsere Dachterrasse hat sich zu unserem Lebensmittelpunkt entwickelt“, sagt Molthan. Abends etwa gucke er viel lieber in die Sterne oder den Schwalben bei ihrem Flug zu, statt den Fernseher anzuschalten.

Zwei Klappstühle, ein großer Blumentopf, ein Balkonkasten mit Tomatenpflanzen, ein kleines Regal und ein Grill – dazu zwei der drei Bewohnerinnen der Wohngemeinschaft, und schon sind die räumlichen Kapazitäten des Mini-Balkons im ersten Stock ausgereizt.

„Manchmal bis spät in die Nacht“

Laut und voller Abgasgestank ist es an der viel befahrenen Kreuzung außerdem. Dennoch. „Wir fühlen uns auf unserem Balkon wohl“, versichern Mira Schmiedeke und Kristia Erodotov.

Ob zum Rauchen, um ein Gläschen Wein draußen zu trinken und nach Bekannten Ausschau zu halten, um etwas auf der Gitarre herumzuklimpern oder die Tomaten zu gießen – die beiden jungen Frauen und ihre Mitbewohnerin Delia Bergfeld möchten nicht auf ihren Balkon verzichten. „Da wir schon keinen Garten haben, bietet der Balkon die Möglichkeit, mal rauszukommen“, sagt Schmiedeke.

So genießen die Göttinger heiße Tage und laue Abende im heimischen Freiluft-Refugium

Mit selbst geschmiedeten Balkonkastenhalterungen, einem Tischchen aus ehemaligen Nähmaschinen-Unterteilen und einigen Blumentöpfen hat Rolf Heinrich Meyer seinen Balkon im dritten Stock gestaltet. Eine Markise sorgt für Schatten auf dem nach Süden gelegenen Aussichtsplatz.

„Bei klarer Sicht kann ich sogar den Hohen Meißner sehen.“ Frühstück, Mittagessen, Abendessen – wenn möglich sitzt der Geologe draußen – „manchmal bis spät in die Nacht“. Meyer betrachtet den Balkon wie ein extra Zimmer. „Eine Wohnung ohne Balkon,“ meint er, „das käme gar nicht in Frage“.

„Geranien sind Oma-Blumen“

Als „meine kleine Oase“ bezeichnet Daniela Hermann ihren kleinen Balkon im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses. „Wenn ich abends nach der Arbeit Blüten rauszuppeln kann, ist das für mich Erholung“, sagt sie. An jeder freien Stelle der Balkonbrüstung blühen überwiegend Petunien und Lobelien.

Hermann: „Geranien sind Oma-Blumen.“ Zur Deko gibt es auf ihrem Balkon außerdem zwei künstliche Olivenbäumchen und zwei Rankgitter samt Efeu, dazu hängen unter dem gestreiften Sonnenschirm zwei bunte LED-Lampions. Auf dem Boden liegen flauschige kleine Teppiche auf dem Kunstrasen, die Sitzgelegenheiten sind mit dicken Polstern ausgestattet.

Und während Hermann auf ihrem Freiluft-Refugium sitzt, liest oder Rätsel löst, haben Kater Quincy und Katze Bonny die Möglichkeit, vom Balkon aus über die Katzentreppe ihrer Wege zu gehen.