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Göttingen Sommernachtsjazz im Göttinger Börnerviertel
Die Region Göttingen Sommernachtsjazz im Göttinger Börnerviertel
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22:08 19.07.2015
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Kiknadze hat Kontrabass und E-Bass, klassischen Kontrabass, Jazz-Klavier und klassisches Klavier in Hamburg studiert. Seit vielen Jahren ist er ein vielbeschäftigter Bassist in der norddeutschen Jazzszene. Ursprünglich spielte er Cello, Gitarre und Klavier, bis er den Kontrabass für sich entdeckte. Der noch junge Lasha Sakvarelidze ist frischgebackener Absolvent der Musikhochschule Dublin mit einer Vorliebe fürs Altsaxofon.

 
Mit geschlossenen Augen fühlt man sich an diesem Abend in einen dieser verrauchten amerikanischen Jazzclubs versetzt. Zu dezenten Kontrabassanschlägen erheben sich langsam die Klänge eines Altsaxofons, steigern sich in einen temporeichen Exkurs, um dann zurückzufallen in zarte, fast gehauchte Töne. Eine rhythmische Basslinie zieht das Tempo wieder an in groovige Gefilde. Virtuos spielen sich die beiden Musiker in teils freien Improvisationen durch Standards wie Jimmy Van Heusens „It could happen to you“ oder  „Lonely Woman“ zu Ehren des kürzlich verstorbenen Ornette Coleman. John Coltrane wird mit der Interpretation seines Titels „Equinox“ gedacht. Im ersten Set wären sie noch nicht so ganz zufrieden gewesen mit ihrem Spiel, erklärt Kiknadze nach dem Konzert. Im zweiten Teil, der mit einer Interpretation von Herbie Hancocks „Chameleon“ beginnt, wachsen sie noch dichter zusammen und harmonieren mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Tiefe.

 
Zum Ende des Konzerts improvisiert das Duo um das allseits bekannte Thema von „Happy Birthday“. Hendrick Oberwinter vom Dots feiert an dem Abend Geburtstag. Er ist mit Kiknadze seit über fünfzehn Jahren befreundet. Eine schöne Geste der beiden sympathischen Musiker.

 
Das zahlreich erschienene Publikum lässt sich völlig entspannt zu den jazzigen Klängen in die laue Sommernacht tragen. Selbst eine Taube, die früh ihren Schlafplatz auf einem der umliegenden Dächer eingenommen hat, scheint genussvoll der Musik zu lauschen.

 

Von Jörg Linnhoff