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Göttingen Sommertanzfestival auf dem Holtenser Berg in Göttingen
Die Region Göttingen Sommertanzfestival auf dem Holtenser Berg in Göttingen
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12:00 08.07.2019
Mitglieder der Gruppe Improvisional Tribal Dance aus der Musa tanzen beim Sommerfestival. Quelle: Peter Heller
Göttingen

„Wir helfen uns gegenseitig auf dem Holtenser Berg“, sagte Sahri Sprinke, Leiterin des Nachbarschaftszentrums Holtenser Berg. In Kooperation mit der Sportgemeinschaft Grün-Weiß Hagenberg und der Bonveno Flüchtlingshilfe ergab sich eine bunte Mischung aus interaktiven Tanzchoreografien mehrerer Sport- und Tanzgruppen, kulinarischen Angeboten und Informationsständen zu den Tätigkeiten der Veranstalter. Mehr als 300 Zuschauern nahmen an der zweiten Auflage des Festivals teil. „Schon unser Fest im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg. Allerdings war damals erst April, von Sommer konnte daher keine Rede sein“, erzählte Uwe Richter von der SG Grün-Weiß. Das Festival solle demonstrieren, dass der Holtenser Berg und seine Bewohner etwas zu bieten haben. „Um zu zeigen, dass wir es auch allein hinbekommen, haben wir bewusst auf Politik und Verwaltung verzichtet.“

Bilder vom Sommertanzfestival:

Sommertanzfestival am Gemeindezentrum auf dem Holtenser Berg mit Musik und Vorführungen, sowie Mitmachtänzen von Improvisional Tribal Dance aus der Musa, Girls Move und Zumba von Grün-Weiß Hagenberg

Für Begeisterung sorgte die Kindergruppe Girl’s Move von Grün-Weiß Hagenberg. In Pink und Schwarz gekleidet tanzten die Mädchen unter anderem zum „Fliegerlied“ von Tom Toupet und ernteten lautstarken Applaus. Die B-Boys-Breakdance-Gruppe der Musa war zum ersten Mal dabei und zeigte vor zahlreichen gezückten Handys ihr Können. Die Musik und die Choreografien wirkten als Zuschauermagnet. Innerhalb kürzester Zeit bildete sich eine Traube aus Zuschauern um die Tanzenden. Am späten Nachmittag wurde die Fläche für spontane Einlagen der Gäste eröffnet.

Ehrenamtliches Engagement

Alle Gruppen waren Sprinke zufolge ehrenamtlich beteiligt sowie auch fast alle Standbetreiber. „Es ist der Hammer, was durch Ehrenamt auf die Beine gestellt werden kann“, sagte sie. Bei anhaltendem Engagement könne das Fest nun jährlich stattfinden. Für Strom habe die städtische Wohnungsbau gesorgt, die eigens für die Festivitäten des Nachbarschaftszentrums Stromverteiler installieren ließ. Kinder konnten auf einer Hüpfburg toben und sich beim Kinderschminken bemalen lassen. Die SG Grün-Weiß hatte für Waffeln und Grillgut gesorgt. Das eigens für das Zentrum von Sylvia Helferich komponierte „Holtenser-Berg-Lied“ wurde als Gemeinschaftsprojekt im Gemeindezentrum einstudiert. Die Melodie lieferte Andreas Kleinert, der die Veranstaltung mit den freiwilligen Sängern um 18 Uhr mit der Präsentation des Liedes ausklingen ließ. „Das Fest ist im Vergleich zum vergangenen Jahr größer geworden“, stellte Richter fest.

Veränderte Situation

Beim Festival stand auch Information im Mittelpunkt. Das Nachbarschaftszentrum warb für seine Spielenachmittage dienstags ab 16 Uhr. Am Gemeinschaftsstand von Bonveno Flüchtlingshilfe und dem Migrationszentrums des Diakonieverbandes informierten Mitglieder über Projekte und rekrutierten freiwillige Helfer. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich nach Angaben von Natascha Wellmann-Rizo vom Migrationszentrum einiges verändert. Es kämen weniger Menschen aus dem Ausland nach Deutschland, sodass man sich mehr auf die Integration der bereits anwesenden Geflüchteten fokussieren könne. Wellmann-Rizo ist Projektleiterin von „Ich kann helfen – Teilhabe durch Ehrenamt“. „Ganz viele der Geflüchteten wollen dem Land und der Gesellschaft durch ihre Teilhabe etwas zurückgeben und melden sich für ehrenamtliche Arbeit an.“ Die Fragen, die gestellt werden, seien andere als vor einem Jahr. „Der Integrationsprozess ist bei vielen nun weiter fortgeschritten.“ Durch Sport- und Kochgruppen möchten sie ihren Teil an die Gesellschaft zurückgeben.

Von Lisa Hausmann

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