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Göttingen „Sonst ersticken wir irgendwann im Müll“
Die Region Göttingen „Sonst ersticken wir irgendwann im Müll“
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19:33 19.03.2012
Von Ulrich Schubert
Praktische Hilfsmittel: Mit Greifzangen sammeln die Erich-Kästner-Schüler Müll auf, der dann gleich in rosa Säcken landet.
Praktische Hilfsmittel: Mit Greifzangen sammeln die Erich-Kästner-Schüler Müll auf, der dann gleich in rosa Säcken landet. Quelle: Vetter
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Göttingen

Mehr als 2900 Sammler haben sich angemeldet und wollen in dieser Woche an 75 Standorten dafür sorgen, dass die Stadt zum Frühlingsanfang sauber ist. Seit neun Jahren ruft die Stadt im März oder April zur Aktion „Gib dem Müll ’ne Abfuhr“ auf. Zu Beginn wurde an einem Tag Müll gesammelt, seit 2009 organisiert die Stadtreinigung unter dem XXL-Logo eine ganze Kehrwoche.

Zum Start der Aktion sammelte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) am Montag gemeinsam mit den Klassen 3a, 3b und 4a der Erich-Kästner-Grundschule in Grone-Süd Zigarettenkippen, Papier und auch einen Autoreifen im Umfeld der Schule auf. Zuvor hatte er die Kinder eingewiesen: „Zieht Handschuhe an, das ist wichtig. Gefährliche Sachen lasst ihr liegen, Hundehaufen natürlich auch.“

"Nicht alles einfach wegwerfen"

Die Kinder ließen sich nicht zweimal bitten und stürmten mit großen Zangen und rosafarbenen Tüten los. Zigarettenschachtel, Bonbonpapier, alte Getränkedosen – am Weg hinter der Schule wurden sie schnell fündig. Worum es bei der Aktion geht, wissen sie ganz genau: „Das ist für die Umwelt“, sagte der neunjährige Edi aus der Klasse 3b. Und sein gleichaltriger Freund Fabian fügte an: „Man darf nicht alles einfach wegwerfen, sonst ersticken wir irgendwann im Müll.“

Auf eine solche Einstellung: „Es geht nicht um große Müllmengen am Ende der Woche, sondern um mehr Verantwortungsgefühl für die Umwelt“, erklärte Heindorf. Nach neun Jahren scheint das langsam zu fruchten. Jedes Jahr meldeten sich mehr Helfer – allein in diesem Jahr 26 Schulen, neun Kitas, sieben Vereine, elf Organisationen, viele Bürger- und Umweltinitiativen, eine Firma, Parteien, Feuerwehren, Ortsräte und 16 Einzelpersonen. Sie bekommen von den Entsorgungsbetrieben große Mülltüten, die später am vereinbarten Ort wieder abgeholt werden – und Äpfel zu Belohnung.

Belohnung

Ein paar Schritte entfernt von der Schule sammelte das Nachbarschaftszentrum Grone-Süd mit vielen freiwilligen Helfern Müll. Und die belohnten sich und die Schulkinder mittags  selbst auch mit einem kleinen Fest und Grillwurst. „Dieses Gemeinschaftsgefühl ist ebenso wichtig wie die Müllsammelaktion“, sagte Zentrumsleiterin Julia Kermas.