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Göttingen Sozialämter verschwinden aus den Rathäusern
Die Region Göttingen Sozialämter verschwinden aus den Rathäusern
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19:31 21.09.2009
Sozialamt: Blick in die Wartezone
Sozialamt: Blick in die Wartezone
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Städte und Gemeinden wollen deshalb auch noch die verbleibenden restlichen Aufgaben im Sozialbereich an den Landkreis abgeben. Der Kreistag billigte in seiner jüngsten Sitzung bereits neue Vereinbarungen mit der Stadt Duderstadt und der Samtgemeinde Radolfshausen. Aufgaben der Sozialhilfe und für Asylbewerber werden ab 1. Oktober, beziehungsweise ab 1. November vom Landkreis in Duderstadt wahrgenommen.
Außerdem billigte der Kreistag Vereinbarungen mit der Stadt Hann. Münden, der Gemeinde Staufenberg und der Samtgemeinde Dransfeld. Zum 1. Januar 2010 soll der Landkreis alle Aufgaben für Arbeitslosengeld-II-Bezieher der drei Kommunen in Münden erledigen. Im Dransfelder Samtgemeinderat ist die Abgabe von Aufgaben und Personal noch umstritten. SPD-Ratsherren sprachen sich gegen die Vereinbarung aus. Der Dransfelder SPD-Abgeordnete Dirk Aue stimmte als einziger im Kreistag mit nein.

Entscheidung nach der Wahl

Die Samtgemeinde Gieboldehausen will vorerst ihre Mitarbeiter auch im Hartz-IV-Bereich noch behalten. Die Interessen gehen auseinander. Zumindest die kleineren Gemeinden wollen bei einer Zentralisierung der Hartz-IV-Aufgaben auch die verbleibenden Sozialhilfeaufgaben abgeben. Aus Sicht der Gemeindeverwaltungen hat es keinen Sinn, halbe Stellen für die verbleibenden Spezialbereiche vorzuhalten. Das würde bedeuten, dass in der Fläche keine Ansprechpartner im Sozialbereich mehr vorhanden sind und Betroffene nach Göttingen, Duderstadt oder Münden fahren müssten. Hilfe wird es dann in den Rathäusern nur noch beim Ausfüllen von Formularen geben oder in gelegentlichen Sprechstunden von Kreismitarbeitern. Die meisten Gemeinden müssen sich noch entscheiden, ob sie auf das Angebot des Landkreises eingehen.

Ausgelöst wurde die Debatte durch den nach wie vor hohen Sach- und Personalkostenanteil im Hartz-IV-Bereich. Als eine von 69 Modellkommunen organisiert der Kreis die Betreuung seit 2005 selbstständig. Alle Kreistagsfraktionen hatten dem vorerst bis 2011 befristeten Modell zugestimmt.

Von Gerald Kräft

21.09.2009
21.09.2009