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Göttingen Spanbeck feiert 725-jähriges Bestehen mit Dorffest
Die Region Göttingen Spanbeck feiert 725-jähriges Bestehen mit Dorffest
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20:06 14.09.2009
Altes Handwerk: In Spanbeck wurde Dorfgeschichte lebendig.
Altes Handwerk: In Spanbeck wurde Dorfgeschichte lebendig. Quelle: Heller
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„Das haben sie wirklich toll gemacht“, brachte es der Ortsbürgermeister vom Nachbardorf Sudershausen, Hans-Ulrich Gobrecht, auf den Punkt. Die Spanbecker haben zu ihrer 725-Jahr-Feier nach dem erfolgreichen plattdeutschen Abend auch einen gelungenen Festkommers und ein stimmungsvolles historisches Dorffest gestaltet. An vielen Ständen von der alten Schule bis zum Dorfgemeinschaftshaus haben sie „Dorfleben früher“ wieder aufleben lassen. Da wurde Apfelsaft gepresst und das Zubehör zu einem Schlachtefest – inklusive Stoffsau – gezeigt. Mit einer Küchenhexe und einem gusseisernen Waffeleisen haben die Landfrauen Nörten-Hardenberg Waffeln gebacken. Welche Mühe das Wäschewaschen früher machte, konnten sich die Vorbeiziehenden angesichts des alten Waschzubers und einer der ersten Waschmaschinen gut vorstellen.

Tanz mit Dancelicious

Von langer Hand hatte das Organisationsteam für das Fest die Vorführung der Flachsverarbeitung vorbereitet. Sie hatten Flachs gesät und geerntet und demonstrierten nun mit historischer Gerätschaft, wie er gedrillt, gebrochen und gesponnen wurde. Steinmetz, Besenbinder und Schmied zeigten ihre Kunst am Thieplatz. „Ja, ich würd' so gern öfter plattdeutsch hören“, sangen die Kleehäschen - Kleehasen ist der Spitzname der Spanbecker - aus der örtlichen Kindertanzgruppe Dancelicious.
In historischen Kostümen brachten viele Mitmacher bei strahlendem Wetter einen Hauch von vergangenen Zeiten mit ins Dorf. Ohne Lautsprecher und Karussells gab es zwischen den Vorführungen und einer Dorfrallye mit Fragen zur Geschichte Spanbecks viel Raum für Gespräche und Gelegenheit, sich an alte Zeiten zu erinnern und die Dorfgemeinschaft sowie die Verbindung zu den Nachbardörfern zu pflegen. Die, die die Fotoausstellung vom Vorabend noch einmal in Ruhe ansehen wollten, bedauerten: Die Stellwände waren schon weggeräut.

Hörnerball mit Spönksche

Voll war es auch wieder beim „Hörner Ball“ mit „Spönksche Danz“ am Sonnabendabend, ebenso beim Gottesdienst am Sonntagfrüh. Nach dem Mittagessen auf dem Kirchplatz gab es aber wegen Kälte und Regen, so Ortsheimatpfleger Becker, keinen „Nachtisch“.

Von Ute Lawrenz

14.09.2009
14.09.2009
14.09.2009