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Göttingen Sparkassen-Areal am Markt: So geht es weiter
Die Region Göttingen Sparkassen-Areal am Markt: So geht es weiter
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12:34 09.12.2019
So könnte die die Front aussehen Quelle: Kiefer Architekten
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Göttingen

„Wie geht es weiter mit dem Sparkassen-Areal im Zentrum?” Unter diesem Titel organisiert die Göttinger Stadtverwaltung einen Informationsabend in der Stadtbibliothek. Am Donnerstag, 12. Dezember, geht es ab 18 Uhr an der Gotmarstraße 8 darum, was der Bebauungsplan zulässt und wie der Rahmenplan für das Areal am Markt aussieht.

Anforderungen und Interessen „in Einklang bringen“

Der Block am Markt, an dem unter anderem die Sparkasse Göttingen, Gastronomiebetriebe und Geschäfte untergebracht sind, ist im vergangenen Jahr von der Sparkasse Göttingen an das Hildesheimer Unternehmen Hanseatic verkauft worden. Die Firma plant dort die Ansiedlung neuer Geschäfte aber auch Wohnungen. Wie genau das Gelände genutzt werden soll, welche Neu- und Umbauten entstehen, das alles ist noch in Planung. „Derzeit werden die Anforderungen der möglichen Nutzer an die Flächen, die Interessen von Stadt und Politik und somit der Bürger in Einklang mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gebracht”, erklärt Thomas Malezki von der Hanseatic Group. Welche „Nutzer”, also beispielsweise welche Geschäfte, einmal einziehen sollen, stehe noch nicht fest. „Mietinteressenten für die Einzelhandelsflächen sind vorhanden und es konnten bereits zahlreiche Gespräche geführt werden”, sagt Malezki. Und weiter: „Wir gehen davon aus, Ende des ersten Quartals 2020 Mieter konkret benennen zu können.”

Baubeginn frühestens im Jahr 2021

Noch aber laufen seiner Auskunft nach eine Vielzahl von Abstimmungsgesprächen und eine „umfangreiche Planungsleistung”. Wie diese Planungen konkret aussehen, könne die Hanseatic voraussichtlich in den kommenden Monaten präsentieren. Da die Sparkasse Göttingen noch bis Ende des Jahres 2020 ihre Filiale dort betreibe, sei der frühestmögliche Zeitpunkt für den Baubeginn 2021. Malezki weiter: „Geplant ist, die Höhe des Gebäudes an die Umgebung anzupassen. Das Gebäude soll sich in seiner Struktur harmonisch in das Gesamtbild der Innenstadt einfügen.” Dafür müsse ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden – um „die gemeinsamen Ziele exakt zu definieren“.

Rahmenplan 2017 im Ausschuss vorgestellt

„Es gibt für das Areal einen rechtskräftigen Bebauungsplan, für dessen Änderung ein Aufstellungsbeschluss gefasst wurde”, teilt Dominik Kimyon, Sprecher der Stadtverwaltung mit. Zudem hätte die Verwaltung im Jahr 2017 einen sogenannten „Rahmenplan” in Auftrag gegeben. Der Rahmenplan sei im Oktober 2017 im Bauausschuss vorgestellt worden. Er beinhaltete eine mögliche städtebauliche Entwicklung.

Wohnen im sechsten, Einkaufen im ersten Stock

In dem Rahmenplan heißt es beispielsweise, dass eine „zentrale Herausforderung” die Schaffung von „hochwertigem Wohnraum im Blockinneren” ist. Dafür sei eine Gasse geplant, die „über eine Sequenz von offenen Höfen von der Weender Straße bis zur Gotmarstraße führt.” Als Haupteingang dient dann das Sandsteinportal des ehemaligen Hotels zur Krone. Geplant ist laut Rahmenplan ein „bunter Mix an Wohnungen unterschiedlicher Größen“. Größere Wohnungen könnten in „neu gesetzten Kuben vom fünften bis zum sechsten Obergeschoss” realisiert werden. Das gesamte Erdgeschoss, das erste Obergeschosses und Teilbereiche des Untergeschosses sind dem Plan zufolge dem Gewerbe gewidmet. „Die bestehenden Stadtfassaden entlang der Außenkanten des Blockes mit Schaufenstern zur Fußgängerzone und zum Platz bieten auch größere zusammenhängende Verkaufsflächen in attraktiver Lage”, heißt es dort.

Ob es bereits Bauanträge oder Bauvoranfragen für das Quartier gibt, wollte Kimyon aus „Datenschutzgründen” nicht beantworten. Wie die Bürger an den Planungen mitwirken können, erfahren sie am Donnerstag, 12. Dezember, 18 Uhr, in der Stadtbibliothek Göttingen, Raum 109.

Das sagen die Gegner

Nicht alle können dem Großprojekt in der Innenstadt etwas Positives abgewinnen. Bereits im September hatten Anwohner, die Hausprojekte „Gotmar 9 und Gotmar 10“ und politische Gruppen - wie die Ratsfraktion des Göttinger Linken und die Basisdemokratische Linke ihre Kritik in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), die Mitglieder des Bauausschusses und der Ratsfraktionen formuliert. „Mit großer Sorge haben wir den Verkauf des Sparkassenkomplexes und die mangelnde und bruchstückhafte Informationspolitik der Stadt und der Investorin über die tief greifende Umstrukturierung des Sparkassenviertels verfolgt“, schreiben sie. Die Art und Weise der möglichen Bebauung werde mit dem Investor abgestimmt, nicht jedoch mit den Bürgern. Die Kritiker befürchten, dass „kapitalschwächere“, inhabergeführte Geschäfte verdrängt würden. Die Verfasser kritisieren außerdem, dass dort keine „günstigen“ Wohnungen entstehen sollen. Die Unterzeichner des Briefes fordern einen „offenen und demokratischen“ Prozess zur Gestaltung des Sparkassenviertels und einen Bebauungsplan, der sich an den Bedürfnissen der Stadtbewohner orientiere. Bestehende Mietverhältnisse im Viertel müssten erhalten bleiben, sozialen Wohnraum ausgebaut werden. mib

Von Britta Bielefeld

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