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Göttingen Spaßvögel vertauschen Ortsschilder an neun Orten in der Region Göttingen
Die Region Göttingen Spaßvögel vertauschen Ortsschilder an neun Orten in der Region Göttingen
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08:15 24.06.2015
Von Britta Bielefeld
Tageblatt-Leser Volker Bossmann hat dieses vertauschte Schild am Ortseingang von Parensen entdeckt.
Tageblatt-Leser Volker Bossmann hat dieses vertauschte Schild am Ortseingang von Parensen entdeckt. Quelle: Volker Bossmann
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Parensen/Göttingen

Dienstag Morgen, 9.35 Uhr: Volker Bossmann fährt, wie jeden Morgen, zur Arbeit. Sein Weg führt den  Mitarbeiter der Harster Firma Tedox durch Parensen im Landkreis Northeim. Heute morgen allerdings stand dort am Ortseingang (aus Richtung Nörten-Hardenberg) auf dem Ortsschild nicht Parensen sondern Dankelshausen.

Mit dem Hinweis am Ortsausgang, dass es dort in Richtung Bühren gehe. Bossmann drückte auf den Auslöser und informierte das Tageblatt. Zunächst dachte Bossmann noch, dass die Straßenbehörde wohl ein falsches Schild angeschraubt hatte. Das gut 30 Kilometer entfernte Dankelshausen liegt im Landkreis Göttingen.

Was später von der Göttinger Polizei bekannt gegeben wurde: An vielen Orten haben die Täter Schabernack mit Straßenschildern getrieben. „Einfach so über Nacht wurde Klein Schneen zu Stockhausen, Obernjesa zu Ballenhausen, Stockhausen zu Reinhausen, Ballenhausen zu Nörten-Hardenberg und Reinhausen zur Stadt Göttingen“, so Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. 

Geht es nach den Schildern, existierte Bovenden kurzzeitig nicht mehr,  auf der Hannoverschen Straße stand stattdessen ein Schild, das Harste als nächsten Ort ankündigte. Auch im Landkreis Northeim schraubten die Täter munter herum: Nörten-Hardenberg wurde in Parensen umbenannt, Parensen in Dankelshausen.

Professionelle Spaßvögel

Gegen Mittag war das Verwirrspiel bereits beendet. Nach Polizeiangaben bemerkten Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei Groß Schneen den Schildertausch gegen 7 Uhr als erste Behörde. „Zu größeren Komplikationen kam es nicht“, so Kaatz. Die Straßenmeisterei informierte sofort die Polizeistation Friedland. Kaatz: „Dann rückte eine Funkstreife zur gezielten Ortsschildkontrolle aus.“.

Nach Angaben der Polizei gingen die Spaßvögel sehr professionell vor, sie verursachten keine Schäden. „Die Ortsschilder wurden offenbar mit geeignetem Werkzeug fachgerecht ab- und an dem auserwählten neuen Ort wieder angeschraubt“, so die Polizei.  Das muss einige Zeit in Anspruch genommen haben, da ist sich die Polizei sicher.

Von den Verursachern fehlt noch jede Spur, das Motiv ist unbekannt. Kaatz: „Ein Bekennerschreiben ist bei der Polizei bislang nicht eingegangen.“

Die Kosten für den zusätzlichen Arbeitseinsatz werden auf rund 300 Euro geschätzt. Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 05504/93790-115 bei der Polizeistation Friedland zu melden.

Dieser Artikel wurde aktualisiert