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Göttingen Speedway, Violine und Tango: Impressionen aus Torun
Die Region Göttingen Speedway, Violine und Tango: Impressionen aus Torun
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18:21 20.07.2009
Die Weichselbrücke: Auf der linken Seite erstreckt sich die Altstadt, im Hintergrund ist die Eisenbahnbrücke zu sehen.
Die Weichselbrücke: Auf der linken Seite erstreckt sich die Altstadt, im Hintergrund ist die Eisenbahnbrücke zu sehen. Quelle: Barke
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Toru´ns Innenstadt fasziniert auf den ersten Blick. Dicht gedrängt schmiegen sich die prächtigen historischen Bauten aneinander. Das Altstädtische Rathaus, der Artushof und die Ruine der Deutschordensburg sind nur einige davon. So ist es kein Wunder, dass die Altstadt, die im Zweiten Weltkrieg unzerstört blieb, 1997 in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Das Kontrastprogramm zur – abgesehen von einigen unsanierten Gebäuden – gut erhaltenen und schön hergerichteten Altstadt gibt es allerdings, sobald man über die Weichselbrücke auf das andere Ufer des Flusses wechselt. Hier modert so manche Fabrik- oder Hausruine vor sich hin. Auf einem Pfeiler der Weichselbrücke hat sich die Antifa aus Warschau mit Hilfe von Graffiti verewigt. Ab und zu ist eine Straßenlaterne zu sehen, bei der die Kabel offen liegen. Das einstige Sozialismusgrau scheint noch deutlich auf den Häusern und auch auf den Menschen zu liegen, ganz im Gegensatz zur quirligen, bunten, lebendigen Innenstadt.

Die hat auch in kultureller Hinsicht einiges zu bieten. Das ganze Jahr über finden Theater-, Musik-, Filmfestivals oder Ausstellungen statt. Da wird auch schon mal auf der Straße Tango getanzt.

Am Altstädtischen Rathaus befindet sich das Denkmal des Flößers Iwo, einem Pendant zum Rattenfänger von Hameln. Denn Iwo soll der Legende nach mit dem Spiel seiner Violine die Frösche aus der Stadt gelockt und diese so von der Plage befreit haben.

Eine Besonderheit hat Toru´n auch in sportlicher Hinsicht aufzuweisen: Die Stadt stellt den aktuellen polnischen Meister im Speedway, einem Motorradrennsport, bei dem die Fahrer in Stadien auf Bahnen mit einem Untergrund aus Kalksandstein gegeneinander antreten.

Zu der jungen und kulturellen Ausstrahlung der 200000-Einwohner-Stadt trägt sicherlich auch die 1945 gegründete Nikolaus-Kopernikus-Universität der Stadt bei. Deren größter Sohn steht als Denkmal am Altstädtischen Rathaus, unbewegt von der Frage, ob er als Deutscher oder als Pole angesehen wird.

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