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Göttingen Spirits of India starten indische Kulturtage
Die Region Göttingen Spirits of India starten indische Kulturtage
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13:00 19.11.2018
Monalisa Ghosh, Raju Mishra und Afrina Nasrin (v.l.) zeigen klassische indische Tanzstile. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Einen Einblick in die traditionellen indischen Tanzstile haben am Sonntag rund 30 Zuschauer im Jungen Theater, Hospitalstraße 6, erhalten. Die Veranstaltung wurde vom Kulturzentrum KAZ organisiert und bildete den Auftakt der Indischen Kulturtage.

Afrina Nasrin, Monalisa Ghosh und Raju Mishra (v.l.) zeigen klassische indische Tanzstile.. Quelle: Peter Heller

Mit sorgfältig gewählten Worten erklärte die Tänzerin und Choreografin Monalisa Ghosh die Bedeutung jeder Choreografie. Gemeinsam mit Tänzer Raju Mishra und Tänzerin Afrina Nasrin präsentierte Ghosh die traditionellen Tänze Indiens. „Die Tanzstile haben eine Tradition von mehr als 2000 Jahren und wurden von den Generationen mündlich an ihre Nachkommen weitergegeben“, erklärte Johanna Meyer, die die Indischen Kulturtage begründet und organisiert hat.

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Odissi-Tanz zum Auftakt

Die durch eine Pause in zwei Hälften unterteilte Tanzveranstaltung begann mit mehreren Choreografien des Odissi-Tanzes. Temperamentvolle Bewegungen wechselten sich mit weichen und fließenden Abfolgen ab. Ghosh ist oftmals im Fokus, verschmilzt während der rhythmischen Musik jedoch auch mit ihren Tanzpartnern zu einem Stillleben, das für wenige Sekunden besteht. Diese stillstehenden Passagen stehen nach Angaben von Meyer symbolisch für die traditionellen Skulpturen indischer Tempel, die Geschichten aus der indischen Mythologie darstellen. Der Odissi-Tanz stammt, so erklärte Ghosh, aus dem Osten Indiens und ist einer der sieben traditionellen Tanzstile. Meyer, die selbst in Göttingen den Kathak-Tanzstil lehrt, möchte auch andere Stile in das Bewusstsein der Menschen bringen. „Die indische Tanzkunst unterscheidet sich sehr von der europäischen und ist daher meist unbekannt. Mit den Indischen Kulturtagen möchte ich das Bewusstsein für andere Kulturen entwickeln und den Horizont erweitern“, sagte Meyer.

Raju Mishra, Monalisa Ghosh und Afrina Nasrin (v.l.) zeigen klassische indische Tanzstile. Quelle: Peter Heller

Bosh möchte mit ihrer Vorstellung die Schönheit und Anmut der indischen Tanzkunst präsentieren. Den Titel „Spirits of India“ und die Choreografien hat sie selbst erstellt. Mit farbenfrohen Gewändern und geräuschvoll klingelnden Glöckchen an den Fußgelenken zeigen die drei Tänzer synchrone Bewegungsabläufe oder auch charakteristische Darstellungen, in der jeder von ihnen eine andere Bedeutung in der Bewegung ausdrückt.

Tournee durch Deutschland

Ghosh leitet die Tanzschule „Kalajyoti“ und möchte speziell Menschen helfen, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen. Ihr Auftritt in Göttingen ist Teil ihrer Tournee durch ganz Deutschland mit dem Ziel die Zuschauer für die indische Kultur zu begeistern. Über eine ihrer Choreografien sagte Ghosh: „Die energetischen Tanzschritte sollen das Böse zerstören, gleichzeitig soll auch ein weicher liebevoller Umgang vermittelt werden, der den Frieden und die Harmonie zum Ziel haben.“ Die Elemente der indischen Tanzkunst seien die Augen, die Gestik der Arme und Beine, der Rhythmus des Fußes und die Körpersprache. Zusätzlich zu den traditionellen Musikstücken, die teilweise aus dem zwölften Jahrhundert stammen, sorgen die Glöckchen am Fußgelenk mit jedem Tritt auf dem Boden für einen durchdringenden Takt.

Tänzerin und Choreografin Monalisa Ghosh Quelle: Peter Heller

In der zweiten Hälfte nahmen die Tänzer verstärkt Bezug auf darstellende Künste, die sich mit tänzerischen Bewegungen verbinden. In ihrem Stück „Nirwana“ waren mehrere akrobatische Kunststücke enthalten, die die Befreiung der Seele ausdrücken sollten. Die teilweise verzehrten oder starren Gesichter der Tänzer wurden Teil der Bewegungen und unterstützten den Ausdruck der Tänze.

Bollywood-Choreografie

Einen aktuellen Bezug bildete eine Choreografie eines Bollywood-Tanzes. Nach Meyer vermischten sich für diesen Tanzstil mehrere kulturelle Einflüsse, die dennoch die Wurzeln Indiens in sich tragen.

Am Donnerstag, 22. November, wird im Göttinger GDA-Wohnstift, Charlottenburger Straße 19, der klassische Bharata-Natyam-Tanz aus dem Süden Indiens gezeigt. Zum Erlernen des Kathak-Tanzes wird bis zum 24. Januar jeden Donnerstag zwischen 18.30 und 20 Uhr ein Kurs im Kulturzentrum Musa, Hagenweg 2a, angeboten. Beide Angebote sind Teil der Indischen Kulturtage.

Von Lisa Hausmann