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Göttingen Splitt-Irrtum am Sportplatz Benzstraße
Die Region Göttingen Splitt-Irrtum am Sportplatz Benzstraße
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21:00 30.07.2019
Wer bis Sonntagabend versucht hat, den Weg mit Fahrrädern zu passieren, hinterließ deutlich sichtbare Spuren. Quelle: Markus Riese
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Göttingen

Eine Splitt-Schüttung auf dem Verbindungsweg zwischen „Ottostraße“ und „Am Rischen“ entlang des Sportplatzes Benzstraße in Geismar-Treuenhagen hat dafür gesorgt, dass Nutzer von Fahrrädern, Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen den Weg vorübergehend nicht mehr nutzen konnten. Inzwischen hat die Stadt Göttingen den aufgebrachten Splitt wieder entfernen lassen.

„Schon seit Jahren ist dieser Weg nicht in allerbestem Zustand“, berichtet Anlieger Dietmar Radde. Er wohnt an der Straße „Am Rischen“ und nutzt den Weg am Sportplatz regelmäßig, um ins nah gelegene Gewerbegebiet zu kommen. Für die kurze Strecke nimmt er gern das Fahrrad – doch das ging eines Tages plötzlich nicht mehr. „Auf einmal war da eine etwa zehn Zentimeter hohe Splitt-Schüttung aufgebracht worden“, so der Anwohner. Radde hielt die Ausführung der Arbeiten sogar für gefährlich: „Meiner Meinung nach sollte der Weg aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.“

Keine „Restbestände“ vom Sportverein oder von der GoeSF

Radde wollte wissen, wer diese Schüttung überhaupt veranlasst hatte, wandte sich deshalb an das Bauamt der Stadt. Dort habe man ihm gegenüber die Vermutung geäußert, dass der dort ansässige Sportverein auf dem Weg seine „Restbestände“ abgeladen hat. „Es ist richtig, dass die Zuwegung zu unserem Sporthaus von der Ottostraße mit der gleichen Splitt-Schüttung erfolgt ist wie die Verlängerung der Ottostraße in Richtung der Straße Am Rischen“, erklärt Burkhard Bartschat, 1. Vorsitzender des RSV Göttingen 05, der die dortige Bezirkssportanlage nutzt. Aber er sagt auch ganz deutlich: „Unser Verein hat jedoch weder Restbestände abgeladen, noch sonst irgendwie Einfluss auf die Beschaffenheit des Wegen gehabt.“

Bildergalerie zum Verbindungsweg:

Zwischen Sonntagabend und Montagnachmittag hat sich auf dem Verbindungsweg zwischen „Ottostraße“ und „Am Rischen“ einiges getan – aus Sicht einiger Nutzer war das auch dringend nötig.

Auch die Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GoeSF) als Betreiberin der Sportanlage weist die Verantwortung von sich: „Die GoesF ist für diesen Weg nicht verantwortlich und hat die Überarbeitung nicht beauftragt“, betont Geschäftsführer Alexander Frey. Beschwerden von Anwohnern oder Passanten würden bei der GoeSF nicht vorliegen. RSV-Vorstand Bartschat und seine Vorstandskollegen seien hingegen in den vergangenen Tagen vereinzelt von Vereinsmitgliedern und Anwohnern auf den Zustand des Weges angesprochen worden; Beschwerden seien hierbei „nahezu ausnahmslos von Radfahrern“ geäußert worden.

Situation „nicht tragbar“

Bartschat bewertete die bis Montagmorgen vorherrschende Situation im Hinblick auf die Passierbarkeit des Weges als „für Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Personen mit Kinderwagen nicht tragbar“. Er habe sich selbst am Montag noch einmal vor Ort ein Bild machen wollen – dabei sei er auf Bauarbeiter getroffen, die damit beschäftigt gewesen seien, die überflüssige Splitt-Schüttung wieder abzutragen. „Die Bauarbeiter wurden von der Stadt Göttingen damit beauftragt“, fand Bartschat heraus. Nach dem Abtragen der Splitt-Schüttung soll der gesamte Weg seinen Informationen zufolge mittels einer Rüttelplatte verdichtet werden. Danach werde der Weg wieder problemlos nutzbar sein – auch für die genannten Personengruppen.

Falsches Material aufgetragen

Aber warum wird erst Splitt aufgebracht und dann wieder entfernt? „Um es kurz zu machen: Die beauftragte Firma hat hier falsches Material aufgetragen“, erläutert Dominik Kimyon, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung. Das Ziel der Stadtverwaltung sei es gewesen, den Weg aufzuwerten. „Mit dem aufgetragenen Material war dies nicht möglich“, räumt Kimyon ein. Am Montag sei die Firma deshalb damit beauftragt worden, das Material wieder zu entfernen. Eine Sperrung habe sich damit erübrigt. Kosten seien der Stadt aufgrund der Falschlieferung nicht entstanden.

Wird der Weg noch aufgewertet?

Inzwischen ist der Weg wieder in einem ähnlichen Zustand wie vor den Arbeiten. Vereinzelt lösen sich größere Steine aus der jetzigen Oberfläche, andere Stellen wirken bereits nach leichtem Niederschlag „matschig“, was wiederum eine Rutschgefahr für Fahrradfahrer nach sich ziehen könnte. Anwohner Radde sagt zwar: „Zumindest ist der Weg jetzt erst einmal wieder passierbar.“ Dennoch fragt er sich, ob ein neuer Anlauf in Sachen Aufwertung unternommen wird. Hierzu konnte Verwaltungssprecher Kimyon bis Dienstagabend noch keine Auskunft geben.

Anwohner Dietmar Radde zeigt, dass der Weg seit Montag zumindest wieder mit dem Rad befahrbar ist. Quelle: Markus Riese

Von Markus Riese

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