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19:39 15.07.2011
Mountainbikertreffen: Am Donnerstag waren die Fahrradständer vor dem Neuen Rathaus voll belegt.
Mountainbikertreffen: Am Donnerstag waren die Fahrradständer vor dem Neuen Rathaus voll belegt. Quelle: KK
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Die Fotos von zerstörten Flächen, die Stadtforst-Chef Martin Levin zeigt, lösen eine rege Diskussion aus. Viele der Radsportler fühlen sich angegriffen. „Das ist eine Aneinanderreihung von Vorwürfen, aber kein Vortrag“, ruft ein Besucher. Ein Problem: Dass Radfahren außerhalb offizieller Wege verboten ist, bestreitet keiner. Aber wie unterscheidet man, was ein offizieller kleiner Wanderweg und was ein über die Jahre ausgetretener eigentlich illegaler Trampelpfad ist?

Je länger die Diskussion dauert, desto mehr Verständnis entsteht auf beiden Seiten füreinander. Levin skizziert nicht mehr das Szenario eines Polizeieinsatzes gegen Mountainbiker im Stadtwald und die Downhillfahrer zeigen Verständnis für den Förster. Er könne die Sprünge in der Abfahrtsstrecke nicht dulden, da er für Unfälle auf der Strecke haftbar gemacht werden könne. Schon am Montag wollen sich deshalb einige Mountainbiker mit Levin treffen und die Downhillstrecke begutachten und entschärfen.
Eigentlich, so Levin, müsse man die Bauten aber abreißen. Aus den Schanzen müsse sonst formal eine Sportstätte werden, die gewartet, gepflegt und vor allem über einen Verein versichert sein muss. Die Sportler müssten dafür also einen Verein gründen oder als Sparte in einen bestehenden aufgenommen werden.

Christian Steinmetz vom Stadtsportbund signalisierte Hilfsbereitschaft. Langfristig solle aber mit einem Ratsbeschluss eine Downhill-Strecke eingerichtet werden. Die Situation hatte sich in letzter Zeit verschärft, weil Strecken von immer mehr Radsportlern genutzt und umgebaut wurden. Auch eine Lösung für die besorgten Tourenfahrer scheint in Sicht. Ein Streckenplan soll ausweisen, welche der kleineren Wege legal und welche illegal sind. Unter den 120 Teilnehmern bildete sich eine Arbeitsgruppe, die sich in zwei Wochen das erste Mal treffen möchte um an einer politischen Lösung zu arbeiten. Denn: „Eine Entscheidung kann letztlich nur der Rat beschließen“, so Veit Hesse von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH, der die Gesprächsrunde leitete.

Radsportler Schilder ist nach dem Treffen dann doch zufrieden: „Ich hatte befürchtet, dass uns berichtet wird, dass jetzt alles vorbei ist. Aber wir haben sachlich diskutiert und wir sind jetzt einen Schritt weiter.“ Auch Levin ist optimistisch. „Ich weiß jetzt, was die Mountainbiker wollen. Wir wollen die Nutzung deshalb in Zukunft steuern, aber nicht reglementieren.“

hm