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Göttingen Springkraut gefährdet Rhume- und Leineufer
Die Region Göttingen Springkraut gefährdet Rhume- und Leineufer
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19:55 15.08.2011
Von Ulrich Schubert
Ungewöhnlicher Hochwasserschutz: Der Leineverband lässt an der Rhume in Northeim Springkraut entfernen.
Ungewöhnlicher Hochwasserschutz: Der Leineverband lässt an der Rhume in Northeim Springkraut entfernen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen/Northeim

„Wir sind noch immer völlig überrascht und überrollt“, sagt Laduch. Im Juli habe sich das Springkraut „explosionsartig“ an den Ufern der Rhume und Leine verbreitet. Wie ein Dschungel und bis zu vier Meter hoch stehe das Kraut an den Böschungen. Alle gewollten Pflanzen mit tiefgründigen Wurzeln seien verdrängt. Laduch vermutet, dass die Springkrautsamen vom Hochwasser im Februar angespült wurden. Und weil es sich kräftig weiter verbreitet, kämpft der Leineverband jetzt gegen die Zierpflanze. Überall dort, wo das Flussbett oder nahe stehende Objekte durch Hochwasser gefährdet sein könnten, lässt er das Kraut abmähen und häckseln: vorerst an der Rhume in Northeim und dann an der Leine bei Elvese. Schon das koste etwa 10 000 Euro, so Laduch, darum bleibe das Springkraut an anderen Abschnitten zunächst verschont. Der Leineverband ist zuständig für 650 Kilometer Gewässerläufe zwischen der Landesgrenze Thüringen und dem Südbereich der Region Hannover.

Das Drüsige Springkraut stammt aus dem Himalaya. Als Zierpflanze kam es Ende des 19. Jahrhunderts über England nach Europa. Imker und andere Naturfreunde sind begeistert von der blütenreichen Pflanze. „Aber da ist uns der Ufer- und Hochwasserschutz wichtiger“, erklärt Laduch die Aktion des Leineverbandes. Seinen Namen verdankt das Springkraut seinem Vermehrungsmechanismus: Die Pflanze schleudert dabei gereifte Samen durch Überdruck in die Gegend. Und wie bekommt man die Pflanzen am besten weg? „Vor der Samenbildung mit Wurzel ausreißen“, erklärt Laduch.