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Göttingen St. Johannis: Grundlegende Innenrenovierung geplant
Die Region Göttingen St. Johannis: Grundlegende Innenrenovierung geplant
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18:24 23.08.2013
Von Jörn Barke
Blick in die spätgotische Hallenkirche St. Johannis: Vertreter der Gemeinde erläutern Pläne für die Innenrenovierung. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Der Sanierungsbedarf ist bei einem Gang durch die Kirche offensichtlich. Es zeigen sich deutliche Abnutzungsspuren. Außerdem, scherzt Superintendent Friedrich Selter, sei die Kirche „ein ideales Beispiel dafür, wie viele Grautöne es gibt“. Deswegen soll das Gebäude einen farbigen Innenanstrich bekommen in der Form, wie sie im Altarraum schon als Probeanstrich zu sehen ist: cremefarben in der Fläche und in der Farbe von rötlichem Sandstein auf hervortretenden Elementen.

Grundlegende Umgestaltung

Doch bei der Bemalung soll es nicht bleiben. Es geht vielmehr um eine grundlegende Umgestaltung, die auf die letzte große Innenrenovierung in den 1960er-Jahren reagiert. So sollen die mächtigen Emporen zurückgebaut werden, um die Raumwirkung der dreischiffigen Hallenkirche zu betonen, die im 14. Jahrhundert ihre heutige Gestalt erhielt. Zugleich soll das Inventar erneuert werden: Für die Gestaltung unter anderem von Altar und Kanzel soll ein Künstler-Wettbewerb ausgeschrieben werden.  Es sollen aber auch alte Schichten der Kirche wie die Fenster erhalten bleiben.

Stärker in die Bürgerschaft hinein öffnen

Mit der Umgestaltung möchte die Kirche als Rats- und Marktkirche sich stärker in die Bürgerschaft hinein öffnen. Im Vorfeld der Sanierung hat sie das bereits getan, indem ein begleitendes Kuratorium gegründet wurde, dem ganz unterschiedliche Vertreter aus der Gesellschaft angehören, darunter auch der Weinhändler und Pro-City-Vorsitzende Philipp Bremer.

Er erläutert, dass die Öffnung in die Stadt hinein auch architektonisch erfolgen soll: So wird für das Südportal – zur Karstadt-Seite hin – über einen gläsernen Vorbau nachgedacht. Er könnte eine von einem sozialen Betrieb geführte Gastronomie enthalten. Auf der Nordseite der Kirche soll ein weiterer Zweckraum errichtet werden, um Lagerfläche zu haben.

Ausweitung der Nutzungsmöglichkeiten

Neben der Öffnung nach außen nennt Bremer zwei weitere Hauptziele der Sanierung: die Profilierung der Kirche als christlichen Raum und die Ausweitung der Nutzungsmöglichkeiten über den Bereich der Kultur  hinaus. So veranstaltet etwa Pro City am 4. September seinen Jahresempfang in der Kirche.

Aus dem Verkauf von zwei Immobilien – darunter das ehemalige Pfarrhaus im Stargarder Weg – und durch Spenden hat die Gemeinde 900 000 Euro zur Verfügung. Für die weiteren Kosten hofft die Gemeinde auf Zuschüsse der Landeskirche und die Hilfe des Kuratoriums.