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Göttingen Staatsanwaltschaft wirft 41-Jährigem versuchten Mord vor
Die Region Göttingen Staatsanwaltschaft wirft 41-Jährigem versuchten Mord vor
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17:37 26.07.2018
Der Angeklagte sitzt in der JVA Rosdorf in Untersuchungshaft. Quelle: dpa
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Göttingen

Sechs Monate nach einer Messerattacke auf einen Kunden in einem Göttinger Bekleidungsgeschäft hat am Donnerstag vor dem Landgericht Göttingen der Prozess gegen einen 41-jährigen Küchenhelfer begonnen. Der Angeklagte soll Ende Januar in dem Modemarkt in der Göttinger Fußgängerzone einen 27-jährigen Mann aus Göttingen unvermittelt angegriffen und mit einem Klappmesser schwer verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. Der Angeklagte habe heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt.

Die Tat hatte sich zur Mittagszeit ereignet. Laut Anklage kam die Messerattacke völlig überraschend. Der 41-Jährige habe den 27-Jährigen erst geschlagen und dann mit einem Klappmesser mit einer sieben Zentimeter langen Klinge mindestens achtmal auf ihn eingestochen.

Stark blutend durch die Göttinger Fußgängerzone

Der 27-Jährige sei dann trotz seiner Stichverletzungen aus dem Geschäft gelaufen und stark blutend durch die Fußgängerzone geflüchtet. Der Angeklagte habe ihn weiter verfolgt. Erst als Passanten auf ihn einschrien und sich ihm in den Weg stellten, habe er von der weiteren Verfolgung abgelassen. Wenig später nahm die Polizei den 41-Jährigen in der Göttinger Innenstadt fest. Er sitzt seither in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Der 27-Jährige wurde mit dem Rettungswagen in die Uni-Klinik gebracht, wo er notfallmedizinisch behandelt wurde. Der Anklage zufolge hatte er acht Stichverletzungen unter anderem in Brust, Oberschenkel, Hüfte, Schulter und Hals, die potenziell lebensbedrohlich gewesen seien. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte den Tod des 27-Jährigen zumindest billigend in Kauf genommen.

Angeklagter will sich noch äußern

Der Angeklagte wollte zu Beginn des Prozesses noch keine Angaben zur Sache machen. Sein Verteidiger kündigte an, dass sich sein Mandant voraussichtlich äußern werde, wenn das schriftliche Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen vorliege.

Hintergrund der Tat soll ein Vorfall gewesen sein, der zu dem Zeitpunkt bereits acht Monate zurücklag. Im Mai vergangenen Jahres soll es zwischen den beiden Männern in einem Imbiss zu einem Streit gekommen sein, der in eine körperliche Auseinandersetzung mündete. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der 41-Jährige auf den 27-Jährigen losgegangen, hatte ihn zu Boden gebracht und getreten. Der 27-Jährige habe sich gewehrt, indem er ihm einen Schlag ins Gesicht versetzte.

Auf Rache gesonnen

Der aus der Türkei stammende Angeklagte soll sich dadurch in seiner Ehre gekränkt gefühlt und fortan auf Rache gesonnen haben. Die Staatsanwaltschaft sieht nach Angaben eines Sprechers neben Heimtücke auch das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe als gegeben an, weil ein eklatantes Missverhältnis zwischen Anlass und Tat bestehe.

Der Prozess wird im August fortgesetzt. Insgesamt hat die Schwurgerichtskammer zehn Verhandlungstage angesetzt.

Von Heidi Niemann

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