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Göttingen Stadt Göttingen plant neue Flüchtlingsunterkunft für 200 Menschen
Die Region Göttingen Stadt Göttingen plant neue Flüchtlingsunterkunft für 200 Menschen
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12:04 11.12.2018
07.11.2018 Ansicht Flüchtlingsunterkunft am Schützenanger. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Göttingen

347 weitere Unterkunftsplätze für geflüchtete Menschen werden bis 2019 / 2020 in Göttingen benötigt. Um Abhilfe zu schaffen, schlägt die Stadtverwaltung vor, eine neue Flüchtlingsunterkunft am Schützenanger zu bauen. Sie soll in „Modulbauweise“ Platz für 200 Menschen bieten. Die Kosten dafür könnten derzeit allerdings „nicht genau ermittelt werden“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage. Eine erste Abschätzung hätte einen Betrag von sechs Millionen Euro brutto ergeben.

Standort Schützenanger

Als Standort der neuen Unterkunft schlägt die Verwaltung den Schützenanger am Schützenplatz vor. Dort soll sie eine bereits seit 2016 bestehende Unterkunft aus Containern ersetzen, die derzeit von 62 Menschen bewohnt wird. Im November war bekannt geworden, dass 38 Plätze in der Unterkunft wegen Wasser-, Feucht- und Schimmelschäden nicht bewohnbar sind.

Die Ursachen für Schäden sieht die Verwaltung vor allem bei Baumängeln und der relativ kostengünstigen Konstruktion, erläutert Sprecher Dominik Kimyon. „Sie wurde aufgrund der begrenzten Standzeit der Gebäude gewählt.“ Bei dem Neubau – in Modul- und nicht in Containerbauweise – sollen diese Mängel und Fehler vermieden werden, versichert Kimyon.

Pläne für „Ankommenseinrichtung“

Die neue Unterkunft, so schlägt die Verwaltung vor, soll so geplant werden, dass sie als Ankommenseinrichtung genutzt werden kann. Geplant ist ein „Wohnungsmix“ aus Ein- bis Vier-Zimmer-Appartements mit Bad und Küche beziehungsweise Kochnische. Ebenfalls soll es Räume für eine medizinische Versorgung, Gemeinschaftsräumlichkeiten, Wäscheraum und Räume für den Betreiber und Sicherheitsdienst geben.

Nach Angaben von Verwaltungssprecher Kimyon soll der Baubeginn am Schützenanger in 2019 sein. Die Fertigstellung sei ebenfallsim kommenden Jahr geplant. Zunächst werde der Bestand abgerissen und das Fundament erstellt. Die Einzelteile für den Neubau würden im Werk vorgefertigt und dann auf die Baustelle gebracht und montiert.

Der Druck auf die Stadt Göttingen bei der Unterbringung von Geflüchteten ist nicht wegen der maroden Gemeinschaftsunterkunft am Schützenanger groß: So habe das Land eine neue Zuweisungsquote erlassen, nach der die Stadt Göttingen zusätzlich zu der derzeit noch geltenden Quote in Höhe von 265 Personen bis Ende 2019 noch weitere 236 Menschen aufnehmen muss, berichtet die Verwaltung. Zudem sei die Verlängerung der Unterkunft auf den Zietenterrassen, deren Nutzungsgenehmigung im August 2020 ausläuft, nicht sicher. Ohne würden mit dieser Unterkunft 150 weitere Plätze wegfallen. Zudem hatte der Rat im Frühjahr beschlossen, die Gemeinschaftsunterkunft am Anna-Vandenhoeck-Ring mit derzeit 74 Bewohnern im Juni 2019 zu schließen.

Kampagne „Stadt Göttingen sucht Wohnraum“

Seit diesem Beschluss hat die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben versucht gegenzusteuern. Etwa durch die Übertragung von 80 Geflüchteten von Stadt auf den Landkreis, den Ankauf von 42 Belegrechten von Wohnungen bei der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft oder dem Start der Werbekampagne „Stadt Göttingen sucht Wohnraum“.

Aktuell hat die Stadt noch bis Ende des Jahres ein Aufnahmestopp beim Landniedersachsen erwirkt. Laut Stadtverwaltung ergibt sich in den kommenden zwei Jahren ein Bedarf von 347 Plätzen für Flüchtlinge.

Dazu ein Zeichen zu setzen, wie das Bündnis Seebrücke, zuletzt im November forderte, und zwölf in Seenot geratenen Migranten anzunehmen, sieht sich die Stadt Göttingen angesichts der aktuellen Situation nicht in der Lage.

Thema im Sozialausschuss

Mit dem Neubau der Flüchtlingsunterkunft beschäftigt sich der Sozialausschusses des Rates am Dienstag, 11. Januar. Beginn der Sitzung ist um 16 Uhr im Raum 126 des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4. Am Dienstag will die Stadtverwaltung ihr überarbeitetes Konzept zur Integration von Geflüchteten vorstellen. Das Konzept ist ebenfalls Thema in der Ausschusssitzung.

Von Michael Brakemeier

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