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Göttingen Stadt Göttingen will bewusster einkaufen
Die Region Göttingen Stadt Göttingen will bewusster einkaufen
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19:29 13.05.2019
Der Fair Trade Fußball wurde schon beim Fairturnier in der Göttinger Arnoldischule im Dezember eingesetzt. Quelle: R
Göttingen

Der Beschluss solle künftig auch für die Eigenbetriebe und städtischen Mehrheitsbeteiligungen gelten und Strahlkraft in die lokale Wirtschaft entwickeln.

„Es freut uns, dass unser Anliegen auf so große Zustimmung gestoßen ist. Die Stadt Göttingen hat sich große Ziele gesetzt und will mit eigenem verantwortlichen Handeln auch anderen ein Vorbild sein“, so Dagmar Sakowsky (Grüne), stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft, allg. Verwaltungsangelegenheiten und Feuerwehr. Durch die Umstellung des Beschaffungswesens auf nachhaltige Kriterien, die noch über die Kriterien des Niedersächsischen Tariftreue- und Vergabegesetz hinausgehen, gehe die Stadt einen wichtigen Schritt in Sachen Klimaschutz, globale Gerechtigkeit und Enkeltauglichkeit.

Richtlinie erarbeiten

Die Verwaltung werde zunächst eine Arbeitsgruppe einrichten, die eine Richtlinie zur fairen und nachhaltigen Beschaffung erarbeitet, so die Fraktion der Grünen in einer Mitteilung. Diese Richtlinie soll dann Grundlage für künftige Ausschreibungen sein.

Stadt und Kreis Göttingen sind seit fünf Jahren Fair Trade Region. Damit bekennen sie sich dazu, durch verschiedene Maßnahmen nach und nach zu einem immer größeren Anteil an fair gehandelten Produkten zu kommen. Der öffentlichen Hand komme bei der Beschaffung eine besondere Vorbildfunktion zu, so die Grünen in ihrem Antrag. Es gelte, das wirtschaftlichste Angebot zu wählen – zu oft werde jedoch unter Wirtschaftlichkeit der geringste Preis verstanden. Wenn all die Folgen, die eine unfaire globale Produktion mit sich bringt, in der Gesamtbetrachtung berücksichtigt würden, ergebe sich jedoch ein anders Bild: Wirtschaftlich sei, was im Sinne sozialer und ökologischer Kriterien nachhaltig ist.

Transportkosten sind Kostentreiber

Ein Beispiel, das schnell umgesetzt werden könne seien Fußbälle für den Schulsport. Hier wurden bereits Ende des vergangenen Jahres fair gehandelte Bälle für dein Turnier an der Arnoldischule beschafft.

Rolf Becker, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Rat: „Die Verwaltung rechnet nicht mit einer signifikanten Erhöhung der Beschaffungskosten, sondern sieht vielmehr Einspar-Potenziale, wenn sich mehrere Organisationseinheiten mit ähnlichen Bedarfen bei Ausschreibungen zusammentun.“ Das decke sich mit den Recherchen der Grünen. Denn der größte Kostentreiber bei Fairer Beschaffung seien nicht etwa die höheren Produktionskosten, sondern die anteilig höheren Transportkosten aufgrund der geringeren Stückzahl. „Unser Anliegen ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass nach und nach Göttingen weit die Beschaffung auf Kriterien des Fairen Handels und der sozialen und ökologisch verantwortlichen Produktion umgestellt wird“, so Becker.

Von Christiane Böhm

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