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Göttingen Stadt Göttingen übernimmt Volkshochschule von Verein
Die Region Göttingen Stadt Göttingen übernimmt Volkshochschule von Verein
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00:45 15.08.2014
Von Gerald Kräft
Quelle: Pförtner (Symbolfoto)
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Göttingen

Der Schulungsbetrieb, der bislang vom VHS-Trägerverein organisiert wurde, geht auf die neue Gesellschaft über. Damit sind die Voraussetzungen für eine Fusion der Volkshochschulen von Stand und Landkreis geschaffen worden.

Die VHS gewinne damit auch eine Rechtsform, die Voraussetzungen für erfolgreiche künftige Arbeit schaffe, erklärt die Stadtverwaltung. Der Verein werde eine wichtige Förderfunktion übernehmen, um die Tradition des bürgerschaftlichen Engagements für die Erwachsenenbildung fortzusetzen. Seit mehr als 100 Jahren sei der 1911 ins Leben gerufene Verein VHS Göttingen institutioneller Garant für ein gelungenes, lebensbegleitendes Lernen in der gesamten Region gewesen.

Der Verein habe mit Angeboten zur beruflichen Bildung einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der regionalen Wirtschaft geleistet. Darüber hinaus habe die VHS vielen Göttingern über das Nachholen von Schulabschlüssen einen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt verschafft. So sei die VHS etwa als Trägerin von Integrationskursen für zahlreiche Menschen mit Migrationshintergrund ein erster Anlaufpunkt gewesen. 

Stadt und Landkreis wollen die kommunal verankerte Erwachsenenbildung in Südniedersachsen gemeinsam neu ordnen. Durch die Fusion der Volkshochschulen soll der ortsnahe Zugang zu einem hochwertigen und bezahlbaren Fort- und Weiterbildungsangebot weiter ermöglicht werden.

Der Rat der Stadt hatte im März 2014 die Gründung der VHS gGmbH beschlossen. Die Landkreise Göttingen und Osterode haben bereits die Fusion ihrer Kreisvolkshochschulen und Musikschulen in eine gGmbH vollzogen. Noch steht eine Vereinbarung zwischen Stadt und Landkreis über Beteiligungsverhältnis und Defizitausgleich einer gemeinsamen Einrichtung aus.

Interview: VHS-Chef und neuer Geschäftsführer Thomas Eberwien zum Fusionsplan

Die VHS Göttingen ist jetzt eine gemeinnützige GmbH, eine Tochter der Stadt, und wird nicht mehr von einem Verein getragen. Ändert sich etwas für die Teilnehmer?
Ganz formal betrachtet, hat die Stadt bislang nur eine VHS Göttingen gGmbH gegründet. Praktisch muss jetzt der Fort- und Weiterbildungsbetrieb der VHS Göttingen e.V. auf die gGmbH übertragen werden. Bezogen auf das Weiterbildungsprogramm ändert sich durch die Umfirmierung nichts am attraktiven Fort- und Weiterbildungsangebot für die Menschen in und um Göttingen. Sollte der Übergang des Schulungsbetriebes bis zum 1. Oktober gelungen sein, erkennt der Göttinger die Veränderung im Impressum.

Bleibt das Kurs-Angebot im bisherigen Umfang bestehen?
Das Team der VHS Göttingen ist immer bemüht, ein interessantes und spannendes Fort- und Weiterbildungsangebot anbieten zu können. Das wird auch weiterhin der Fall sein. 

Wie viele Mitarbeiter und freiberufliche Dozenten hat die neue GmbH?
Der VHS Göttingen e.V. beschäftigt zurzeit etwa 50 Mitarbeitende und arbeitet mit etwa. 420 freiberuflichen Dozenten.

Ziel ist eine Fusion mit der mittlerweile ebenfalls als gGmbH organisierten Kreisvolkshochschule Göttingen/Osterode. Wie stehen die Chancen, das wie geplant noch dieses Jahr zu erreichen?
Mit der Gründung der VHS Göttingen gGmbH hat die Stadt die Voraussetzungen für einen gelungenen Fusionsprozess geschaffen. Man verrät kein Geheimnis, wenn man erwähnt, dass in der Frage einer Fusion der Bildungspartner erste Gespräche stattgefunden haben. Es ist nun Aufgabe der Verhandlungspartner, die Rahmenbedingungen einer rechtlichen Zusammenführung zu gestalten. Aber wie immer im Leben gilt auch hier der Grundsatz: „Sorgfalt geht vor Eile.“ So wie ich die beteiligten Partner jedoch bisher erlebt habe, geht vielleicht auch beides. In jedem Fall macht eine zügige Fusion Sinn.

Was wären die Vorteile?
Mit der Neuordnung der Erwachsenenbildung in Südniedersachsen, setzen die Landkreise Göttingen und Osterode sowie die Stadt Göttingen ein bildungspolitisches Zeichen und halten die VHS zukunftsfähig. Mit einer Fusion wird öffentlich verantwortete Fort- und Weiterbildung auch künftig bezahlbar sein.

Die Fusion sichert ein qualitativ hochwertiges Fortbildungsangebot dauerhaft in der Fläche und leistet einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft. Im Sinne einer kurzen Antwort hätten Sie mich nach den Nachteilen fragen sollen. Da wäre die Antwort deutlich kürzer ausgefallen. Es gibt nämlich nur Vorteile.

Das Interview führte Gerald Kräft