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Göttingen Stadt verkauft Fridtjof-Nansen-Haus an Hogrefe-Verlag
Die Region Göttingen Stadt verkauft Fridtjof-Nansen-Haus an Hogrefe-Verlag
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10:42 16.06.2018
Das Fridtjof-Nansen-Haus, ehemals Goetheinstitut, an der Merkelstraße wird an den Göttinger Hogrefe-Verlag verkauft. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Gerd Nier hatte für seine Partei beantragt, dass die Verwaltung die planerischen Voraussetzungen für die Unterbringung des Stadtarchivs in die ehemaligen Levinsche Villa des heutigen Fridtjof-Nansen-Hauses schaffen soll. Zudem möchten die Linken, dass der in den 1960er-Jahren erstellten Anbau in Wohnraum für Flüchtlinge und Bürger mit geringem Einkommen umgebaut werden soll. „Der bisher mehrheitlich favorisierte und beschlossene Verkauf des Fridtjof-Nansen-Areals samt seiner Gebäude soll aufgehoben werden”, so steht es im Antrag. Wenn das städtische Gebäude verkauft werde, dann sei die Stadt „wieder um eine Immobilie ärmer” und man stehe letztendlich „mit leeren Händen da”, sagte Nier.

Dagmar Sakowsky (Grüne) argumentierte, dass das Haus „in gute Hände” komme. Für das Stadtarchiv sei es ungeeignet, die Statik sei „unzureichend”. Eine denkmalgerechte Sanierung könne sich die Stadt nicht leisten. Tom Wedrins von der SPD pflichtete ihr bei. Er warf den Linken vor, eine „Stimmungslage” zu erzeugen, die nicht stimme. In dem Gebäude könne man das Stadtarchiv nicht unterbringen. Auch Felicitas Oldenburg (FDP) meinte, dass mit dem Umzug des Goethe-Instituts in eine neues Gebäude der Grund dafür, das Haus zu behalten, hinfällig sei. Für die CDU sagte Hans-Otto Arnold, dass es nicht so einfach möglich sei, Schwerlastdecken für ein Stadtarchiv in die alte Villa zu ziehen. Er wies Niers Kritik zurück: Das sei sehr wohl geprüft worden. Nier wies wiederum den Vorwurf des Populismus zurück. „Wir werden auch weiterhin die Themen der Bürger in die Politik einbringen”, sagte er.

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Mitgliedern der Initiative Our House Nansen 1 hatten im Mai Wohnheim des ehemaligen Goethe-Instituts besetzt und zuletzt am Donnerstag gegen den Verkauf des Hauses demonstriert. Sie setzten sich dafür ein, dass im Fridtjof-Nansen-Haus sozialer Wohnraum, speziell für Geflüchtete, geschaffen wird.

Von Britta Bielefeld

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