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Die Region Göttingen Stadt Göttingen will mehr für Fußgänger tun
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00:24 22.06.2019
Am Theaterplatz wird die unklare Verkehrsführung und fehlende Querungshilfen für Sehbehinderte, Rollstuhlfahrer und Kinder kritisiert. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Den Interessen von Fußgängern will die Stadt Göttingen verstärkt Rechnung tragen. Gemeinsam mit dem Fachverband Fußverkehr Deutschland (Fuss) hat sie am Dienstag einen „Fußverkehrs-Check“ angeboten.

Parkende Autos, die den Fußweg verengen, fehlende Querungshilfen über stark befahrene Straßen, Bereiche, wo sich Rad- und Fußverkehr ungeregelt begegnen: Elf Stationen hatte der Fachverband Fuss in der Innenstadt und dem nördlich angrenzenden Bereich ausgewählt. Ein Dutzend Bürger – vor allem Kommunalpolitiker sowie Vertreter der Verwaltung, des Senioren- und des Behindertenbeirats – gingen bei hochsommerlichen Temperaturen die zweieinhalb Kilometer lange Strecke ab. An jeder Station bewerteten sie die Verkehrssituation aus Sicht der Fußgänger.

Den Interessen von Fußgängern will die Stadt Göttingen verstärkt Rechnung tragen. Gemeinsam mit dem Fachverband Fußverkehr Deutschland (Fuss) hat sie am Dienstag einen Fußverkehrscheck angeboten.

Am Theaterplatz mit seinem nicht offiziell ausgewiesenen Kreisverkehr ging es los. Im oberen Bereich, zwischen Stadthalle und Kreisel ist es für Fußgänger eine Herausforderung die stark befahrene Straße zu queren. Darüber herrschte Einigkeit. Die auf beiden Seiten parkenden Autos nehmen die Sicht. „Im Zuge der Neugestaltung des Stadthallenumfelds soll dort etwas passieren“, kündigte Maik Lindemann an, der bei der Stadt den Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung leitet.

Kreisel am Theaterplatz könnte T-Kreuzung weichen

Auch am Kreisel mit seiner unklaren Verkehrsführung gab es Kritik. Bertram Weisshaar vom Fachverband regte an, dort eine T-Kreuzung zu schaffen. So könne ein großer Platz mit Sitzmöglichkeiten entstehen. Darüber werde bei der Stadt tatsächlich nachgedacht, sagte Lindemann. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass es am Theaterplatz ausgesprochen selten zu Unfällen komme. Die unsicheren Autofahrer würden dort besonders aufmerksam fahren.

Auf einem wenige Meter großen Bereich an der Kreuzung Theaterplatz, Bühl- und Planckstraße schneiden sich stark, schnell und gegenläufig befahrene Radwege. Insbesondere ältere oder behinderte Fußgänger fühlten sich beim Queren des Bereichs unwohl, hieß es vonseiten der Betroffenen.

Kritik an „rüpelhaften Radfahrern“

Ein Stück weiter die Bühlstraße entlang an der Einmündung Am Goldgraben war die nächste Station. Dort müssen Fußgänger zunächst einen stark befahrenen Radweg queren, wenn sie über die ebenso stark befahrene Straße wollen. Sie ist zudem aufgrund parkender Autos Richtung Theater schlecht einzusehen. „Unzumutbar“ seien solche Bereiche, schimpfte Heiderose Niemeyer vom Seniorenbeirat. Die „rüpelhaften Radfahrer“ würden von der Stadt durch die Ausweisung von Radschnellwegen sogar noch zum Rasen ermutigt. Es fehlten Übergänge für Fußgänger. Die Stadt berücksichtige die Interessen der 30.000 Senioren viel zu wenig, kritisierte Niemeyer.

Verzicht auf Linksabbiegerspuren

Bei der Humboldtallee vermisste Karin Mann vom Behindertenbeirat im Bereich der Kliniken eine Querungshilfe. Auf der Seite mit den unmarkierten Parkplätzen ragen die stehenden Autos zudem weit auf den Fußweg, kritisierte Fuss-Mitarbeiter Weisshaar. Zu schmal sind aus seiner Sicht die Rad- und Fußwege am Kreuzbergring. Mehr Platz lasse sich schaffen, wenn auf die vielen Linksabbiegerspuren verzichtet würde.

Promenade Am Leinekanal

Als „unübersichtlich“ stuften die Rundgangsteilnehmer den Bereich ein, wo Fußgänger, die auf dem Wall unterwegs sind, die Weender Landstraße passieren. Am Leinekanal regte Weisshaar an, den Fußweg entlang des Wassers zu führen. So entstehe eine schöne Promenade.

Modellprojekt „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“

Der Check ist Teil eines Programms, an dem Göttingen zusammen mit elf anderen deutschen Städten teilnimmt. Das Modellprojekt will „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ identifizieren. Das fördern das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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